Stockholm (dpa) - Der weltgrößte Netzwerkausrüster Ericsson kämpft mit der fehlenden Investitionsbereitschaft seiner Kunden. Nur mit Sparprogrammen und dank der Mobilfunktochter Sony Ericsson hat das schwedische Unternehmen im zweiten Quartal höhere Gewinne eingefahren - bei geringeren Erlösen.

Wie das Ericsson am Freitag mitteilte, sank der Umsatz im zweiten Quartal um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 48 Milliarden Kronen (5,1 Mrd Euro). Gleichzeitig kletterte der Nettogewinn von 800 Millionen Kronen auf zwei Milliarden Kronen.

Die Ericsson-Aktie fiel nach der Bekanntgabe der Zwischenbilanz um 3,5 Prozent auf 85,70 Kronen. Konzernchef Hans Vestberg nannte als wichtigsten Grund für die schwache Umsatzentwicklung die anhaltende Zurückhaltung bei Investitionen in neue Netzwerke. Bereinigt um Währungseffekte und Zukäufe fiel der Umsatz sogar um 15 Prozent.

Außerdem hatte Ericsson den Angaben zufolge Probleme bei der Zulieferung von Komponenten. Diese Schwierigkeiten hätten drei bis vier Milliarden Kronen gekostet. Auch der Konkurrent Nokia Siemens Networks hatte zuvor über Lieferengpässe trotz einer überschaubaren Auftragslage geklagt. Ericsson will nach Angaben von Vestberg weiter «die Kosten- und Kapitaleffizienz ganz oben auf die Tagesordnung setzen».

Ericsson Zwischenbilanz, in englisch