London (dpa) - Der britische Telekom-Riese Vodafone macht gute Geschäfte. Im ersten Geschäftsquartal legte der Umsatz konzernweit um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 11,3 Milliarden Pfund (13,4 Mrd Euro) zu.

Um Währungseffekte und Übernahmen bereinigt fiel das Wachstum mit 0,9 Prozent aber moderater aus. Die Zahl der Kunden stieg, wie Vodafone am Freitag mitteilte. Das US- Gemeinschaftsunternehmen Verizon Wireless eingerechnet kamen die Briten Ende Juni auf 346,8 Millionen Mobilfunkkunden.

In den einzelnen Regionen zeigte sich das schon fast übliche Bild: Die höchsten Wachstumsraten verbuchte Vodafone in Indien und Südafrika. Während in Indien die Zahl der Kunden stieg und so den Preisdruck auf dem dortigen Mobilfunkmarkt ausglich, half in Südafrika die starke Nachfrage nach mobilen Datendiensten - allerdings geschmälert durch Rückgänge im klassischen Sprachgeschäft. Vodafone hatte 2009 die Anteile an der südafrikanischen Vodacom aufgestockt. In der Türkei erzielte Vodafone mit einem Plus von 23,7 Prozent den höchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte.

In Europa gingen die Umsätze dagegen auch wegen ungünstiger Währungsentwicklungen um 4,2 Prozent zurück. Bereinigt um Währungseffekte konnte Vodafone seine Umsätze dank einer stärkeren Nachfrage nach mobilen Datendiensten in Deutschland, aber auch in Großbritannien steigern. Am schlechtesten lief es erneut auf dem spanischen Markt.

Konzernweit legten auch die Service-Umsätze von April bis Juni zu. Darunter versteht man die rein mit Mobilfunkdienstleistungen erwirtschafteten Erlöse. «Das ist das erste Quartalsergebnis mit einem Wachstum bei den Service-Umsätzen, seit die weltweite Rezession sich auf unser Geschäft ausgewirkt hat», sagte Vodafone-Chef Vittorio Colao. An seiner Prognose für das laufende Geschäftsjahr hielt er fest: Der Service-Umsatz soll steigen, der bereinigte operative Gewinn im Gesamtjahr mit 11,2 bis 12 Milliarden Pfund entweder stabil gehalten oder leicht gesteigert werden.

Die Investitionen beliefen sich im ersten Quartal weltweit auf 1,041 Milliarden Pfund. Vodafone steckt sein Geld derzeit vor allem in die Netze in Europa und der Türkei. Für neue Frequenzen in Indien und Deutschland gaben die Briten insgesamt drei Milliarden Pfund aus.