Berlin/München (dpa) - Der Einzelhandel setzt auf die Kauflaune der Schnäppchenjäger beim diesjährigen Sommerschlussverkauf (SSV). Beim Auftakt am Montag ging der Handelsverband Deutschland (HDE) von einem «guten, aber ruhigen Start» in den SSV aus, wie eine Sprecherin in Berlin sagte.

Die Verbraucherstimmung sei nicht euphorisch, jedoch spürbar besser als im Krisenjahr 2009. Daher werde für dieses Jahr weiterhin mit stabilen Umsätzen von 400 Milliarden Euro gerechnet.

Am meist zweiwöchigen SSV beteiligen sich nach Branchenangaben fast zwei Drittel der 400 000 Geschäfte. Warenhäuser, Modeläden, aber auch Bau- und Elektromärkte locken mit Reduzierungen bis zu 80 Prozent.

Nach zahlreichen Preisaktionen vor allem in den Großstädten sollen leichte Kleidung und andere Artikel jetzt nochmals reduziert werden. Vielerorts gab es einen «fließenden Prozess» in den SSV, wie es beim Einkaufszentrum Potsdamer Platz Arkaden in Berlin hieß. «Das Geschäft mit reduzierter Ware läuft gut.» Im Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe begann die «letzten Reduzierungsphase» der Sommerkollektionen mit Rabatten bis 50, teils bis 70 Prozent. «Es wird verstärkt nach Sommerkleidern in strahlenden Farben gefragt. Bademode und Schuhe laufen ebenfalls sehr gut», sagte eine Sprecherin.

In Bayern bescherten kühle Temperaturen dem SSV einen verhaltenen Start. «Der Regen in einigen Regionen hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir erwarten aber den ersten Höhepunkt am kommenden Samstag,» sagte der Geschäftsführer des Handelsverbandes Bayern, Bernd Ohlmann. In den kommenden zwei Wochen sollen Preisnachlässe bis zu 80 Prozent die noch gut gefüllten Lager leeren.

Seit dem Wegfall der gesetzlichen Beschränkungen 2004 koordiniert der Handel die Schlussverkäufe im Sommer und Winter auf freiwilliger Basis. «In vielen kleinen und mittleren Städten sind sie nach wie vor ein wesentlicher Faktor», sagte die HDE-Sprecherin. Im Sommer, wenn viele Menschen im Urlaub sind, könne der SSV Kunden mobilisieren.