Stuttgart (dpa) - Profi-Boxerin Ina Menzer hat ihre drei WM-Titel verloren. Die Mönchengladbacherin unterlag in Stuttgart der Kanadierin Jeannine Garside einstimmig nach Punkten (92:98, 94:96, 94:96).

Damit musste die Championesse der Verbände WIBF, WBO und WBC ihre erste Niederlage in 27 Profi-Kämpfen hinnehmen. Garside feierte den zehnten Sieg im 14. Kampf und ist nunmehr vierfache Weltmeisterin. Zuvor besaß sie bereits den WIBA-Titel im Federgewicht.

Auch der zweite Titelkampf des Abends ging verloren. Im Duell um den Gürtel eines Interims-Weltmeisters im Cruisergewicht unterlag Firat Arslan aus Süßen dem Franzosen Steve Herelius durch technischen K.o. in der zwölften Runde. Der 39 Jahre alte Ex-Weltmeister Arslan, der 21 Monate nach einem schweren Fahrrad-Unfall sein Comeback gab, erlitt eine Runde vor Ende des Kampfes einen Kreislaufzusammenbruch, so dass er - nach Punkten in Führung liegend - aufgeben musste. Regulärer Champion des Verbandes WBA ist Guillermo Jones aus Panama, der in den nächsten drei Monaten seinen Titel verteidigen muss, sonst verliert er ihn an Herelius.

Menzer fand in ihrem WM-Kampf keine Einstellung zur Rechtsauslegerin aus Kanada. Die stürmisch angreifende Herausforderin setzte der Deutschen vor allem mit ihrer starken Linken zu. Menzer entkam letztlich nur knapp einer K.o.-Niederlage. Die physisch stärkere Garside hatte bereits vor dem Kampf in der verbandsübergreifenden Weltrangliste die Führung vor der Mönchengladbacherin inne.

Der Kampfabend in Stuttgart war die drittletzte Universum-Veranstaltung mit Fernsehpartner ZDF. Am 17. Juli verteidigen Susi Kentikian (Hamburg) und Jürgen Brähmer (Schwerin) ihre WM-Gürtel in Schwerin. Beim letzten gemeinsamen Projekt ist WBC-Interims-Weltmeister Sebastian Zbik (Schwerin) am 31. Juli in Hamburg der Hauptkämpfer. Danach ist die Zukunft des einst größten Boxstalls Europas ungewiss.