Gelsenkirchen (dpa) - Der FC Schalke 04 hat das Tauziehen um Fußball-Manager Horst Heldt vom VfB Stuttgart gewonnen.

«Ich bin am Samstag nach Stuttgart geflogen, um die Kuh vom Eis zu holen. Das hat geklappt», sagte Clemens Tönnies, Aufsichtsratschef des deutschen Vizemeisters, der Nachrichtenagentur dpa. Heldt, der noch drei Jahre an den VfB Stuttgart gebunden war, soll am 6. Juli seine Arbeit als Sportdirektor bei Schalke 04 aufnehmen und einen Vertrag bis 2013 erhalten. Tönnies: «Er kann ab sofort für uns arbeiten.»

Allerdings muss der 40-jährige Heldt am Ende des Transferpokers selbst tief in die Tasche greifen. Wie die Stuttgarter Zeitung «Sonntag Aktuell» berichtete, zahlt er 350 000 Euro an den schwäbischen Club, um nach Gelsenkirchen wechseln zu können. Außerdem gab Tönnies noch die Zusage für ein Freundschaftsspiel beim VfB Stuttgart.

«Wir haben ein Gesamtpaket besprochen, das beide Seiten als eine faire Lösung empfinden. Damit ist das Thema vom Tisch», erklärte VfB- Präsident Erwin Staudt, der zuvor das Verhalten des abwanderungswilligen Heldt als «maßlose Enttäuschung» bezeichnet hatte. Der Aufsichtsrat des VfB hat bereits der Vertragsauflösung zugestimmt.

Favorit für die Nachfolge Heldts ist der frühere Stuttgarter Profi Fredi Bobic. Der Ex-Nationalspieler ist zurzeit Geschäftsführer für Sport und Marketing beim bulgarischen Erstligisten Chernomorets 919 Burgas. Sein Vertrag ist noch bis zum Jahr 2014 datiert. Als Alternativlösung gilt der einstige Schalke-Manager Andreas Müller.

Schalke wollte schon vor einem Jahr den Stuttgarter Manager verpflichten, doch Heldt erhielt vom VfB keine Freigabe. Vor elf Tagen intensivierte Schalke-Trainer Felix Magath aber seine Bestrebungen, den Ex-Profi zu holen. Eine im Raum stehende direkte Ablösezahlung für Heldt soll nicht vom FC Schalke an Stuttgart gezahlt werden. «Heldt kommt ablösefrei zu uns», betonte Tönnies.

Magath, der bei den Schalkern seit einem Jahr auch die Manageraufgabe ausübt, erhält somit die von ihm gewünschte Unterstützung. «Durch Champions League und Bundesliga kommen mehr Anforderungen auf uns zu, da reicht ein Gesicht nicht», sagte Magath. Mit Heldt hatte er bereits in der Vergangenheit unter anderem in Stuttgart zusammengearbeitet.