Moskau (dpa) - Erst im zweiten Versuch ist ein unbemanntes russisches Versorgungsraumschiff am Sonntag an die Internationale Raumstation ISS angedockt. Der Autopilot habe problemlos funktioniert, teilte das Flugleitzentrum nahe Moskau nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Das erste Manöver am Freitagabend war gescheitert, weil die «Progress 38» kurz vor dem Andocken außer Kontrolle geraten war.

Die US-Weltraumbehörde NASA erklärte, Fernsehsignale hätten den Autopiloten gestört. Der Raumfrachter verfehlte die ISS deshalb um rund drei Kilometer. Der Vorfall sei für die sechsköpfige Besatzung der Raumstation ungefährlich gewesen, teilte die russische Raumfahrtagentur Roskosmos mit.

Beim zweiten Versuch wurde das TV-System Toru für den Überwachungsmonitor in der ISS ausgeschaltet, um eine neuerliche Panne zu verhindern. Das System sollte dem russischen ISS- Kommandanten Alexander Skworzow eigentlich ein Echtzeit-Bild des Manövers ermöglichen. Stattdessen störte es den Autopiloten.

Russische Techniker hatten versichert, dass der Autopilot einwandfrei funktioniere und alle Systeme an Bord der «Progress» normal arbeiteten. Auch der zweite Andockversuch wurde von einem Computer gesteuert.

Der Autopilot des Weltall-Vehikels habe eine halbe Stunde vor der geplanten Andockzeit plötzlich versagt, erklärte die NASA. Für die ISS-Besatzung sei es zu spät gewesen, die manuelle Kontrolle über den Frachter zu übernehmen, um ihn ins Ziel zu lotsen. «Die Crew berichtete, wie sie die "Progress" vorbeidriften sah», sagte ein NASA-Sprecher. Von einer Art Warteplatz aus, rund 300 Kilometer von der ISS entfernt, unternahm der Weltraumtransporter dann den erfolgreichen zweiten Versuch.

Erst Anfang Mai sei bei einem Schwesterschiff ein Navigationsfehler beim Andocken aufgetreten, berichtete das Fachmedium «Space.com». Russische Agenturen bestätigten den Vorfall. Der damalige russische Kommandant Oleg Kotow konnte das Versorgungsschiff aber manuell an die ISS andocken.