Gelsenkirchen (dpa) - Felix Magath will den FC Schalke 04 fit für eine meisterliche Zukunft im deutschen Fußball machen. Nach dem gewonnen Poker um Manager Horst Heldt vom VfB Stuttgart hat der Cheftrainer des Vizemeisters erstmals bestätigt, dass er die spanische Torjäger-Legende Raúl holen will.

«Der Spieler besitzt weitere Angebote, beispielsweise aus England, und hat sich noch nicht entschieden», erklärte der 56-Jährige dem Fachmagazin «Kicker». Bis eine Entscheidung gefallen sei, könne es sich noch bis Monatsende hinziehen. Ob der 33 Jahre alte frühere Nationalspieler, der noch einen Vertrag bei Real Madrid bis 2011 hat, tatsächlich ablösefrei zu haben wäre, ist zudem noch nicht geklärt.

Die spanische Zeitung «AS» hatte berichtet, dass Raúl bei einem Gespräch in seinem Urlaubsdomizil auf Menorca mit Magaths Assistenten Ronny Gersch «ein totales Übereinkommen» erzielt habe. Demnach wird Real Madrid Raúls Gehalt in Spanien - rund sechs Millionen Euro - trotz des Wechsels bis zum Ablauf seines Vertrages bei den «Königlichen» in einem Jahr weiterzahlen.

Der Transfer solle erst nach der Rückkehr des Torjägers aus dem Urlaub am 15. Juli offiziell angekündigt werden. Eine entscheidende Rolle soll bei dem Deal Christoph Metzelder gespielt haben, der in seiner Zeit bei Real eine enge Freundschaft mit Kapitän Raúl knüpfte und ebenfalls zu Schalke gegangen ist. Die «Königsblauen» suchen einen Nachfolger für den zu Dynamo Moskau gewechselten Kevin Kuranyi.

Raúl spielt seit 1994 für den spanischen Rekordmeister und ist in dieser Zeit zu einer Symbolfigur geworden. In 741 Spielen für den Prestigeclub erzielte er 323 Tore. Er ist mit 44 Treffern auch der beste Torschütze in der Geschichte der Nationalelf. Angesichts seines Alters kommt er bei Real aber nur noch selten zum Einsatz. Unter dem neuen Trainer José Mourinho drohte ihm ein Schattendasein.

Raúl hatte auch Angebote aus England (Manchester United), den USA, Italien und Katar. Obwohl den fünffachen Familienvater der Winter in Deutschland abschrecke, habe er sich für Schalke entschieden, weil er mit dem deutschen Traditionsclub die Champions League spielen könne, berichtete «AS». Mit 66 Treffern hält er auch dort einen Rekord.

Perfekt ist dagegen die Verpflichtung von Horst Heldt. «Ich bin am Samstag nach Stuttgart geflogen, um die Kuh vom Eis zu holen. Das hat geklappt», sagte Clemens Tönnies, Aufsichtsratschef des deutschen Vizemeisters. Heldt, der noch drei Jahre an den VfB Stuttgart gebunden war, soll am 6. Juli seine Arbeit als Sportdirektor bei Schalke 04 aufnehmen und einen Vertrag bis 2013 erhalten. Tönnies: «Er kann ab sofort für uns arbeiten.»