Berlin (dpa) - Im völlig überfüllten Berliner Dom hat die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, am Sonntag an die Schwachen in der Gesellschaft erinnert. Fußballer seien gut, wenn «sie siegen», sagte sie mit Blick auf den Halbfinaleinzug der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika.

«Auch ich habe mich natürlich riesig über den Sieg gegen Argentinien (4:0) gefreut», betonte sie. Allerdings gebe es auch den Torhüter Robert Enke, der sich das Leben genommen habe, fügte sie hinzu. Käßmann sprach denen Mut zu, die nicht mächtig und erfolgreich sind.

Der Dom war bereits vor Beginn des Gottesdienstes wegen Überfüllung geschlossen worden. Die Predigt wurde auch nach draußen übertragen. Zahlreiche Menschen saßen auf den Treppenstufen der Kirche und hörten den Worten der prominenten Theologin zu. Käßmann war nach einer Alkoholfahrt im Februar in Hannover von allen Ämtern zurückgetreten.