Johannesburg (dpa) - Trotz der politischen Einmischung in die Angelegenheiten des Französischen Fußballverbandes FFF sieht FIFA-Präsident Joseph Blatter keine Probleme im Verhältnis zur FFF.

«Wir unterhalten gute Kontakte. Trotz der Unruhen sind die Beziehungen zwischen dem französischen Verband und der FIFA gut», sagte der Präsident des Fußball-Weltverbandes in Johannesburg. Der nationale Verband kümmere sich nach dem blamablen WM-Vorrunden-Aus «um interne Belange», erklärte Blatter. «Wir haben überhaupt keine Probleme mit dem französischen Fußballverband.»

Nach dem Scheitern bei der Weltmeisterschaft in Südafrika hatte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy Angreifer Thierry Henry zu einem Gespräch empfangen. Die FIFA, die nach ihren Statuten jede Form der staatlichen Intervention untersagt, war durch die Rücktrittsforderungen von Sportministerin Roselyne Bachelot an FFF-Präsident Jean-Pierre Escalettes alarmiert worden. Escalettes hat mittlerweile seinen Rückzug bekanntgegeben.

Bei der Pressekonferenz im Convention Center von Johannesburg waren ansonsten nur Fragen zur künftigen Zusammenarbeit von FIFA und «France Football» zugelassen. Vom kommenden Jahr an wird der beste Fußballspieler der Welt gemeinsam von der FIFA und der französischen Fachzeitschrift «France Football» mit dem «Goldenen Ball» ausgezeichnet. Bislang ehrte die FIFA seit 1991 jedes Jahr den «Weltfußballer». Die französische Fachpublikation vergab seit 1956 den «Ballon d'Or» für «Europas Fußballer des Jahres».