Gelsenkirchen (dpa) - Nach Kevin Kuranyi (Dynmao Moskau) und Gerald Asamoah (FC St. Pauli) verliert der FC Schalke 04 bereits seinen dritten Sympathieträger vor der neuen Bundesliga-Saison. Wie der Vizemeister bestätigte, verlässt Marcelo Bordon den Verein nach sechs Jahren.

Die «Königsblauen» und der 34 Jahre alte Brasilianer einigten sich auf eine vorzeitige Auflösung des noch bis zum 30. Juni 2011 datierten Vertrags. Der Abwehrspieler befindet sich nach Schalker Angaben bereits auf dem Weg zu Verhandlungen nach Katar, wo er im Wüstenstaat bei Al Rayyan Sport Club Qatar seine Karriere ausklingen lassen will.

Schalke-Trainer Felix Magath krempelt sein Team weiter kräftig um, verliert in Bordon jedoch einen der erfahrendsten und zuverlässigsten Bundesliga-Abwehrspieler der vergangenen Jahre. Bordon kam 2004 vom VfB Stuttgart nach Gelsenkirchen und absolvierte für die «Königsblauen» 168 Bundesligaspiele (14 Tore), 36 Europapokal-Partien (2 Tore) und 19 DFB-Pokalspiele (1 Tor).

Von 2006 bis 2009 war der gläubige Christ fast drei Spielzeiten lang Kapitän des Teams und wurde dreimal Vizemeister mit den «Knappen» (2005, 2007, 2010). Sein größer Traum, mit Schalke deutscher Meister zu werden, erfüllte sich jedoch nicht. Insgesamt brachte es Bordon, der ein Länderspiel für die Auswahl seines Heimatlandes Brasilien bestritt, auf 297 Erstliga-Spiele für den VfB und Schalke.

Bereits seit Monaten gab es Gerüchte um einen möglichen Abschied des Brasilianers, der sich dem wachsenden Konkurrenzkampf auf der Innenverteidiger-Position wohl nicht mehr stellen wollte. Immerhin hat Magath in Benedikt Höwedes, Carlos Zambrano, Heiko Westermann sowie den Neuzugängen Kyriakos Papadopoulos und Christoph Metzelder zahlreiche Alternativen im Kader. «Er hat eine großartige Saison gespielt, aber er ist nicht mehr der Jüngste. Er muss selbst sehen, ober er sich den Belastungen noch einmal aussetzen will», hatte Magath zum Trainingsauftakt vor zwölf Tagen über Bordon gesagt, der das Trainingslager auf Borkum dann noch mitgemacht hatte.