Berlin (dpa) - Die Reform des Gesundheitssystems war von Anfang an eine große Baustelle der Bundesregierung.

Zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung wollte sie eine «Ordnung mit mehr Beitragsautonomie, regionalen Differenzierungsmöglichkeiten und einkommensunabhängigen Arbeitnehmerbeiträgen» schaffen, wie es im Koalitionsvertrag heißt. Über die Umsetzung gab es unterschiedliche Vorstellungen. Ein Rückblick:

26. Oktober 2009: Kurz nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen zeigen sich Differenzen. Die CDU will zunächst am Gesundheitsfonds festhalten, die FDP fordert eine Abkehr davon. Die CSU spricht sich gegen einen Systemwechsel im Gesundheitssystem aus.

26. November 2009: CSU-Chef Horst Seehofer fordert ein baldiges Aus der FDP-Pläne für eine Kopfpauschale.

24. Februar 2010: Das Kabinett setzt eine Regierungskommission zur geplanten Gesundheitsreform ein. Der Kommission gehören acht Minister an, den Vorsitz hat Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP). Die Ressortchefs sollen Vorschläge zur «nachhaltigen und sozial ausgewogenen» Finanzierung des Gesundheitswesens machen und dabei die im Koalitionsvertrag getroffenen Absprachen umsetzen.

17. März 2010: Die Kommission nimmt ihre Arbeit auf. Rösler und auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nennen als ein Ziel der Reform weiterhin eine «einkommensunabhängige Gesundheitsprämie mit Sozialausgleich». Die CSU lehnt die «Kopfpauschale» als unbezahlbar und unsolidarisch ab. Sie verfolgt ein eigenes Konzept unter anderem mit prozentualer Beitragsfinanzierung.

1. Juli 2010: Rösler will von 2011 an eine vom Einkommen unabhängige Pauschalprämie von 30 Euro monatlich einführen. Die Prämie soll von den 50 Millionen Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen erhoben werden und alle Zusatzbeiträge überflüssig machen. Die CSU lehnt das FDP-Modell kategorisch ab.