Duisburg (dpa) - In einer bewegenden Trauerfeier und bei Gedenkzügen haben rund zehntausend Menschen in Duisburg der Opfer der Loveparade gedacht. Die Menschen nahmen in den Kirchen der Stadt, im Fußballstadion und bei Trauerzügen am Wochenende Abschied von den 21 Toten der Katastrophe.

Millionen trauerten während der Übertragung des zentralen Gottesdienstes in den eigenen vier Wänden mit. Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprachen den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. «Die Loveparade wurde zum Totentanz», fasste der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, das tragische Geschehen vom 24. Juli zusammen. Trotz des schrecklichen Geschehens feierte die Technoszene bereits wieder. Drei Nächte lang tanzten beim Hunsrück-Festival Nature One 55 000 Raver zu dröhnenden Elektrobeats.

Beim Gedenkgottesdienst in der Duisburger Salvatorkirche versprach Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) am Samstag den Angehörigen Aufklärung, wer für die Massenpanik mit 21 Toten die Verantwortung trägt. Von den mehr als 500 Verletzten liegen noch immer 25 im Krankenhaus. Wulff regte die Einsetzung eines Ombudsmannes, die Einrichtung eines Hilfsfonds für die Opfer und ihre Hinterbliebenen sowie ein Frühwarnsystem vor Großveranstaltungen an.

Familien und Freunde konnten nach dem Gottesdienst - abgeschirmt von der Öffentlichkeit - an der Unglücksstelle um ihre Toten trauern. Später zogen 5000 Trauernde in die Nähe der Unglücksstelle und ließen symbolisch 21 schwarze und 511 weiße Luftballons für die Toten und Verletzten steigen. Auch am Sonntag zogen Hunderte Trauernde durch die Stadt.

Tausende verfolgten die einstündige Übertragung des Gottesdienstes in zwölf Kirchen und im Fußballstadion des MSV Duisburg. Dort fanden sich statt der erwarteten Zehntausenden nur 2600 Besucher zusammen. Auf dem Rasen lag ein schwarzes Holzkreuz, auf dem Kerzen brannten. «Wir kamen in Freude, Liebe und Vertrauen. Jetzt sind wir tot, verletzt und traumatisiert. Musste das sein?», hieß es auf einem Transparent.

Wulff will den Einsatz der Helfer würdigen. «Ich werde die ehrenamtlichen Helfer, die Leben gerettet und Menschen geholfen haben, nach Berlin einladen und auszeichnen», sagte er der «Bild am Sonntag».

Am Tunnel, dem Zugang zur Loveparade, lagen schon vor der Trauerfeier Kränze von Wulff, Merkel und anderen Repräsentanten. Die schwarzen, roten und dunkelgelben Blumen darauf symbolisieren die Nationalfarben. Sie liegen in einem Meer von Kerzen, die die Menschen abgestellt haben. In Deutschland war Trauerbeflaggung angeordnet.