Rhinebeck/New York (dpa) - Wenn Königskinder heiraten, ist es immer die Hochzeit des Jahres. Was macht es da schon, wenn der König gar nicht mehr regiert und noch dazu nie einer war, sondern Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Bill Clinton gilt immer noch als einer der am meisten respektierten Politiker, Hillary Clinton ist die Außenministerin des mächtigsten Landes der Welt. Ihre Tochter Chelsea hat jetzt geheiratet - in einer traumhaften, aber auch streng abgeschirmten Hochzeit.

Seit sich die frühere «first daughter» im November mit dem Investmentbanker Marc Mezvinsky verlobte, war über das Wo, das Wann und vor allem das Wie spekuliert worden. Für die ersten beiden Fragen wurden in den letzten Wochen Antworten gefunden: Der letzte Tag des Juli in Rhinebeck, einem idyllischen Städtchen mit nicht einmal 8 000 Einwohnern, nur zwei Autostunden nördlich von New York, wo die Clintons leben. Das Wie aber wurde wie ein Staatsgeheimnis gehütet.

Keiner plauderte. Die Einwohner in Rhinebeck schwiegen, die Freunde des Paares sowieso und die Eltern machten sich einen Spaß aus dem Versteckspiel. «Es ist nur eine Familienhochzeit», sagte Hillary Clinton. «Ich habe strikte Anweisung, nicht darüber zu sprechen.»

Immerhin eine Familienfeier mit mehreren Hundert Gästen. Präsident Barack Obama und Clintons Vize Al Gore waren zwar nicht dabei, allerdings wurden die Ex-Außenministerin Madeleine Albright und der Schauspieler Ted Danson von den Fotografen ertappt. Ansonsten war Astor Courts, das Anwesen des mit der «Titanic» untergegangenen Hotelmillionärs John Jacob Astor («Astoria»), hermetisch abgeriegelt - bis hin zum strahlend blauen Himmel über Rhinebeck. Mehrere Millionen Dollar soll die Feier gekostet haben. Freunde der Clintons beteuern hingegen, die Kosten lägen unter einer Million.

Die Trauung fand am Abend statt. Der Ex-Präsident führte seine Tochter zum Altar - schlanker als noch vor Monaten. War es eine Diät zur Feier? Oder doch seine Herzoperation im Februar?

Mezvinsky hatte den Tallit, den traditionellen jüdischen Gebetsschal, um den schwarzen Anzug gelegt, die Methodistin Clinton strahlte in einem Hochzeitskleid von Vera Wang. Im Katalog der New Yorker Designerin soll es 25 000 Dollar (19 200 Euro) kosten. Eine funkelnde Schmuckapplikation umgab die Taille der Braut, der Brautstrauß war farblich auf das Kleid abgestimmt. Die zurückgesteckten Haare unter dem langen Schleier ließen den Blick frei auf kleine Ohrringe, die neben einem Armbändchen der einzige Schmuck waren. Chelsea kam schlicht, aber strahlend.