Budapest (dpa) - Für Formel-1-Rückkehrer Michael Schumacher nimmt die Serie der Tiefschläge einfach kein Ende.

Nach seinem enttäuschenden elften Platz am Sonntag in Ungarn stand der erneut überrundete Rekordweltmeister sogar als Buhmann da, weil er Williams- Veteran Rubens Barrichello beinah in die Boxenmauer gedrängt hätte. «Für meine Begriffe war genügend Platz. Faktum ist, dass wir uns nicht berührt haben und Rubens vorbei gefahren ist - leider Gottes», meinte der 41-Jährige später. «Das war der Horror», schimpfte Barrichello dagegen über die Aktion.

Auch die Rennrichter werteten Schumachers Verhalten als «illegale Behinderung». Die Strafe: Beim nächsten Rennen in Spa-Francorchamps Ende August muss der Superstar zehn Plätze weiter hinten starten.

Barrichellos Überholmanöver kostete Schumacher in Budapest auch den letzten möglichen WM-Punkt. Mit 38 Zählern dümpelt er nach zwölf von 19 Rennen in der Gesamtwertung weit abgeschlagen auf Rang neun. Auch Teamgefährte Nico Rosberg verließ die Puszta frustriert, nachdem ihm nach dem Boxenstopp sein rechter Hinterreifen abgesprungen war und er aufgeben musste. Die Rennkommissare verhängten dafür ein Bußgeld von umgerechnet 38 300 Euro gegen das Team. «Ein Rennen zum schnell Vergessen, bei dem nichts für uns lief», urteilte Mercedes- Motorsportchef Norbert Haug.

Für Schumacher ging auf dem Hungaroring von Beginn an alles schief. In seiner Not flüchtete der Altmeister sich in gewagte Experimente bei der Abstimmung seines störrischen Boliden - und lag daneben. «Wir haben das Auto den ganzen Tag immer wieder verändert, aber es war nicht die richtige Richtung», bekannte Schumacher nach der verpatzten Qualifikation. Die Folge der Strategiepanne war Startplatz 14 - zum fünften Mal nacheinander schaffte es der siebenmalige Champion nicht einmal in die Top Ten.

Auf dem kurvigen Kurs war damit schon fast alles verloren, im Rennen ging es kaum noch voran. Zudem verpatzte seine Crew den Boxenstopp. Schumacher hing im Mittelfeld fest, wie eigentlich schon fast das ganze Jahr. Der bittere Höhepunkt kam fünf Runden vor Ende, als Barrichello vorbeizog und seinen einstigen Ferrari-Teamkollegen danach heftig kritisierte. «Ich mag einen fairen Kampf, aber das war kein fairer Kampf», meinte der Brasilianer. Schumacher konterte kühl: «Ich kenne Rubens lange genug. Wir alle wissen, welche Ansichten er teilweise vertritt.»

Ärger hat die PS-Ikone auch so schon genug. Der Silberpfeil war schon zum Saisonanfang zu langsam für die Spitze, neue Bauteile brachten zu oft nicht den gewünschten Erfolg. «Es ist einfach keine stabile Basis da, auf der wir aufbauen können. Wenn solche grundlegenden Dinge mit dem Auto nicht funktionieren, dann tut man sich schwer», klagte Schumacher. Noch aber habe er Vertrauen in sein Team. «Definitiv. Das Wichtigste an solch schwierigen Phasen ist zu verstehen, warum es nicht gut läuft», befand der 91-malige Grand- Prix-Sieger.