Berlin (dpa) - Die Weltmeister Julius Brink und Jonas Reckermann sind wieder fit, die deutschen Top-Frauen Sara Goller und Laura Ludwig heiß auf «ihren» Titel. Am «Hauptstadt-Strand» hoffen die deutschen Beachvolleyballer bei den Heim-Europameisterschaften auf einen satten Medaillenregen.

Zwei Jahre vor Olympia wollen die deutschen Beach-Asse vom 11. August an in Berlin ihre europäische Dominanz vor heimischem Publikum untermauern. «Natürlich gehören wir zu den Favoriten. Wir wollen um den Titel mitspielen», kündigte Reckermann nach dem mit Platz zwei nahezu perfekten Comeback beim Welttour-Turnier in Polen selbstbewusst an.

Wochenlang hatten die Weltmeister auf der lukrativen Tour wegen ihrer Mitte Juni erlittenen Knieverletzungen pausieren müssen, doch praktisch auf den letzten Drücker wurde das deutsche Topteam noch fit für die Heim-EM. «Es war eng von Anfang an. Es war schon ein ambitioniertes Ziel», erinnert Reckermann an den gesundheitlichen Wettlauf zum Saisonhöhepunkt.

Zwei Mal schon (2002 und 2004) konnte Blockspezialist Reckermann die europäische Krone gewinnen, vor vier Jahren schaffte dies auch sein neuer Partner Brink. Doch gemeinsam verpassten sie in ihrer schier unglaublich erfolgreichen Debütsaison vor einem Jahr im russischen Sotschi das angestrebte Triple nach WM-Sieg und deutscher Meisterschaft. Nur Platz vier blieb am Ende, Brink konnte damals wegen einer Adduktorenzerrung nicht mehr im Spiel um Bronze antreten. Beim Heimauftritt nun also der zweite Anlauf: «Es wäre für mich ein Traum, vor eigenem Publikum Europameister zu werden», sagt Brink.

«Wir wollen um den Titel mitkämpfen und uns die Krone mit unserer besten Performance zurückholen», sagt Laura Ludwig voller Vorfreude auf das Heim-Event. Vor zwei Jahren in Hamburg sicherten sich Goller/Ludwig erstmals den EM-Sieg, vor einem Jahr in Sotschi bleib am Ende trotz dreier Matchbälle nur Platz zwei hinter den Lettinnen Inguna Minusa und Inese Jursone. Zwar warten Goller/Ludwig auch in diesem Jahr noch auf ihren ersten Welttour-Sieg, durch beständig gute Leistungen stellen sie aber in der Frauen-Weltrangliste das beste europäische Duo.

Doch nicht nur die beiden deutschen Vorzeige-Teams wollen vor heimischen Publikum auftrumpfen, auch David Klemperer/Eric Koreng und Katrin Holtwick/Ilka Semmler machen sich berechtigte Hoffnungen auf Edelmetall. «Wir wollen am Ende eine Medaille um den Hals hängen haben», sagt die Berlinerin Holtwick vor ihrem ganz besonderen Heimspiel. Gute Chancen haben auch die Olympia-Fünften Klemperer/Koreng, die für die verletzten Brink/Reckermann in die Bresche sprangen und in diesem Sommer erstmals ein Welttour-Turnier gewinnen konnten. «Eine Europameisterschaft vor heimischer Kulisse setzt Kräfte frei», hofft Klemperer.

Die Nachrichtenagentur dpa dokumentiert die zehn deutschen EM-Starter: