München (dpa) - Das Fußball-Unterhaus kocht bei seinen Investitionen für neues Personal weiter auf Sparflamme. Drei Wochen vor Ende der Transferperiode am 31. August hat sich die 2. Bundesliga auf dem Spielermarkt weitgehend zum Nulltarif bedient.

Lediglich 17 der bisherigen 169 Neuzugänge kosteten nach Erhebungen der Nachrichtenagentur dpa eine Ablöse. Insgesamt investierten die 18 Clubs mit sechs Millionen Euro fast die gleiche Summe wie im Vorjahr in neues Personal. Die Einnahmen für Spielerverkäufe stiegen von 13 Millionen Euro auf 15,2 Millionen Euro, obwohl mit 166 Spielern weniger Abgänge zu verzeichnen sind als im vergangenen Sommer (189).

Das Personalkarussell hat sich vor der neuen Saison kräftig gedreht, doch teure Neueinkäufe bleiben in der 2. Liga wie in der Jahren zuvor die Ausnahme. Auch in der Bundesliga (86,8 Millionen Euro Ausgaben) wurde gespart, die Investitionen bei den Erstliga- Absteigern Hertha BSC Berlin (3,45 Mio.) und VfB Bochum (950 000) nehmen sich im Vergleich mit dem VfL Wolfsburg (22,6 Mio.) aber bescheiden aus.

Den teuersten Neueinkauf leistete sich Hertha BSC, der für Rob Friend 1,8 Millionen Euro an Borussia Mönchengladbach überwiesen hat. An zweiter Stelle folgt der Österreicher Daniel Beichler, der für 650 000 Euro von Sturm Graz nach Berlin kam. Stürmer Giovanni Federico von Arminia Bielefeld war dem VfL Bochum 500 000 Euro wert. 300 000 Euro gab der FC Augsburg für den niederländischen Verteidiger Paul Verhaegh (Vitesse Arnheim) aus. Der prominenteste Neuzugang kostete kein Geld: Ex-Nationalspieler Oliver Neuville wechselte ablösefrei von Mönchengladbach nach Bielefeld.

Wie andere Clubs nutzten vor allem Hertha und der TSV 1860 München den Transfermarkt, um ihre Finanzen aufzubessern. Die Berliner nahmen aus Spielerverkäufen 7,95 Millionen Euro ein, davon allein 5,5 Millionen Euro für den zum HSV verkauften Gojko Kacar sowie zwei Millionen Euro für Nationalspieler Arne Friedrich (VfL Wolfsburg). Die SpVgg Greuther Fürth kassierte für Torjäger Sami Allagui eine Million Euro vom FSV Mainz 05. Die Münchner «Löwen» waren erneut gezwungen, ihre finanzielle Schieflage mit dem Verkauf von Talenten zu entspannen. Penil Mlapa ging für 1,3 Millionen Euro zu 1899 Hoffenheim, José Holebas für 600 000 Euro zu Olympiakos Piräus.

Hinter Hertha BSC erzielten 1860 München (2,2 Mio.), Bochum (1,5 Mio.) und Fürth (1,0 Mio.) die größten Erlöse aus Spielerverkäufen. Bei den Ausgaben hielt sich die Hälfte der Liga zurück; neun der 18 Clubs gaben überhaupt kein Geld für neue Spieler aus und bedienten sich verstärkt mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs.