Kopenhagen (dpa) - Joachim Löw hat sich zurückhaltend über die Zukunft des bisherigen Nationalmannschafts-Kapitäns Michael Ballack geäußert.

«Michael Ballack war für uns immer ein wichtiger Spieler. Jetzt werden wir mal sehen, wie er in Form kommt. Das Gute an unserer augenblicklichen Situation ist doch, dass wir Auswahl-Möglichkeiten haben, zumal wir immer mit Verletzungen rechnen müssen. Das wird ein spannender Prozess», sagte der Fußball-Bundestrainer in einem Interview der «Sport Bild». «Die Basis für die Zukunft ist vorhanden. Wir müssen nun keine Umstrukturierungen vornehmen, denn diese Mannschaft wird erst 2014 auf dem Höhepunkt sein.»

Ballack arbeitet nach seinem verletzungsbedingten WM-Aus bei Bayer Leverkusen an der endgültigen Genesung und will zum Saison-Start dabei sein. Vor dem Auftakt der EM-Qualifikation im September will sich Löw zur Kapitäns-Frage äußern, die er in der Öffentlichkeit für überbewertet hält. «Es wird doch alles hochgespielt. Was hat denn Philipp Lahm gesagt? Ich bin gern Kapitän dieser Mannschaft, möchte Verantwortung übernehmen. Aber er hat auch gesagt: Der Trainer entscheidet. Das war eine legitime Aussage von ihm», sagte der 50 Jahre alte Coach.

Bei der Terminplanung des Weltfußball-Verbandes, der mit dem Pflichttermin in dieser Woche für Unmut bei den Clubs gesorgt hatte, sieht Löw Anpassungs-Potenzial. «In Zukunft muss in der Tat überlegt werden, was die FIFA optimieren kann. Die Belastungen in EM- und WM-Jahren sind sehr hoch. Ich kann mich gut an die Zeit nach der WM 2006 erinnern», begründete Löw den Wunsch für Änderungen.

«Da hatten wir mehr als zehn Nationalspieler, die verletzt ausfielen, weil die Belastungen zu hoch waren. Deshalb verzichte ich ja auch auf alle Spieler, die bei der WM regelmäßig zum Einsatz kamen.» Es bringe nichts, wenn die Akteure gegen Dänemark dabei gewesen wären, aber im September und Oktober für die EM-Vorausscheidung ausfallen würden.