New Jersey (dpa) - Brasilien feiert nach der Schmach von Südafrika die Wiederauferstehung des Samba-Fußballs. Die neue Kicker-Generation des Rekordweltmeisters präsentierte sich beim 2:0-Sieg gegen die USA in East Rutherford/New Jersey in prächtiger Form.

Ohne den verletzten Superstar Kaká und mit nur vier der WM-Versager brachte eine «Kindergarten»-Elf Fans und Medien ins Schwärmen. «Kunstfußball!», jubelte die Zeitung «O Globo». Der neue Trainer Mano Menezes habe «Jogo bonito», schönes Spiel, versprochen und Wort gehalten. «Fußball ist Freude!», schrieb das Sportportal «Globoesporte». Der angesehene Journalist Juca Kfouri sah sogar «ein fast perfektes Spiel». Und was sagte der Coach? «Sie haben im Trikot der Nationalmannschaft so gespielt wie in ihren Vereinen: Mit der gleichen Freude, mit Leichtigkeit», betonte Menezes.

Auf dem Weg zum heiß ersehnten «Hexa», zum sechsten Titelgewinn bei der WM 2014 im eigenen Lande, will der 48 Jahre alte Coach Weltmeister Spanien «kopieren» und wenn möglich übertreffen. Im New Meadowlands Stadium von East Rutherford/New Jersey bekamen die 77 300 Zuschauern eine erste Kostprobe.

Glänzen konnte vor allem der erst 18-jährige Stürmer Neymar, der daheim als «neuer Pelé» gefeiert wird. Der schmächtige, 1,67 Meter kleine Mann des brasilianischen Pokalsiegers FC Santos köpfte in der 28. Minute nicht nur das Führungstor der «Seleção», er dribbelte und kombinierte außerdem so unbeschwert wie auf den Bolzplätzen der Slums seiner früheren Jugend. «Er ist ganz offensichtlich sehr gut mit dem Ball am Fuß», lobte ihn auch US-Coach Bob Bradley.

An der Seite von Neymar, dem der unbeliebte WM-Coach Dunga trotz heftigsten Medien-Drucks keine Chance gegeben hatte, wirbelten auch die 20-Jährigen Alendandre Rodrigues da Silva, genannt Pato (die Ente), und Paulo Henrique Chagas, genannt Ganso (die Gans), die US- Abwehr ein ums andere Mal durcheinander. Das 2:0 durch AC Mailands Pato in der 45. Minute war die logische Folge der drückenden Überlegenheit der Gäste. Stark präsentierten sich als Debütanten auch Innenverteidiger David Luiz von Benfica Lissabon (23) sowie der von Santos zu Dynamo Kiew gewechselte Stürmer André Souza (19).

Die «Alten» im Team waren die WM-Fahrer Robinho (26), Ramires (23), Dani Alves (27) und Thiago Silva (26). Bei der Wiederauflage des Confed-Cups-Finales von 2009 (3:2 für Brasilien) hatten die Südamerikaner nur in der ersten Viertelstunde Probleme, ins Spiel zu kommen. Menezes blieb nach dem Erfolg bescheiden. «Wir konnten nicht viel trainieren, die gute Leistung ist ein Verdienst der Spieler. Sie haben Persönlichkeit gezeigt». Die Wunderkinder von Pelé-Club Santos lobten den Coach in höchsten Tönen: «Er hat uns alle Freiheiten gegeben, hat gesagt: spielt mit Freude, wie ihr im Verein spielt», verrieten Neymar und Ganso.