Berlin (dpa) - Gold-Jubel bei Sara Goller und Laura Ludwig, Frust bei den deutschen Männern: Zwei Jahre nach ihrem ersten EM-Triumph haben sich die deutschen Top-Frauen erneut die Krone im europäischen Beachvolleyball gesichert.

Goller/Ludwig bezwangen im Traumfinale bei der Heim-EM in Berlin die Lokalmatadorinnen Katrin Holtwick und Ilka Semmler mit 2:0 (25:23, 21:16) und krönten ihren perfekten Turnierauftritt. «Wir sind glücklich. Wir haben dieses Turnier vom Anfang bis zum Schluss durchgezogen», sagte Ludwig. Die im Endspiel unterlegenen Holtwick/Semmler konnten sich immerhin über ihre erste EM-Medaille freuen.

Dagegen hatten die Weltmeister Julius Brink und Jonas Reckermann bei ihrem Auftritt in der Heimat nichts zu lachen. Völlig überraschend unterlagen sie schon im Achtelfinale den souverän aufspielenden Letten Aleksandrs Samoilovs/Ruslans Sorokins deutlich mit 0:2 (18:21, 17:21) und mussten unerwartet früh ihren Traum vom ersten gemeinsamen EM-Titel begraben. «Die Enttäuschung ist rießengroß», gestand Brink. «Aber das war einfach zu wenig.» Im Viertelfinale kam dann auch das Aus für das letzte deutsche Männer- Duo David Klemperer/Eric Koreng.

Sechs Spiele ohne größere Schwäche, sechs Spiele ohne Satzverlust: Goller/Ludwig untermauerten mit ihrem souveränen Turnierauftritt einmal mehr ihre Rolle als europäische «Beach-Dominatorinnen». Im Finale zeigten die Europameisterinnen von 2008 aber immerhin so etwas wie Nerven: Zunächst leisteten sie sich ungewohnte Fehler, doch am Ende machten sie mit dem dritten Satzball den Gewinn des ersten Durchgangs perfekt. «Wenn man so einen Satz noch gewinnt, gibt das Rückenwind», sagte Goller.

Prompt spielten die Favoritinnen befreiter auf, nun war die gewohnte Souveränität wieder da. Vor allem «Sandfloh» Ludwig machte Punkt um Punkt, bis der zweite EM-Triumph unter Dach und Fach war. Die unterlegenen Lokalmatadorinnen waren aber nicht allzu enttäuscht. «Wenn man einen Strich drunter macht, sind wir voll und ganz zufrieden. Wir wollten ins Finale und auf jeden Fall eine Medaille», sagte Holtwick.

Ihre wochenlange Verletzungspause wollten die Weltmeister Brink/Reckermann nicht als Ausrede nehmen. «Wir können doch alles», betonte Brink. «Und wir haben in der vergangenen Woche wesentlich bessere Leistungen gebracht.» Auch Sebastian Dollinger/Stefan Windscheif überstanden das Achtelfinale nicht.