London (dpa) - US-Sprinter Tyson Gay sieht sich nach seiner Weltjahresbestzeit über 100 Meter und seinem Sieg gegen Usain Bolt noch nicht am Ende seiner Möglichkeiten.

«Ich denke, da ist noch mehr drin», sagte der 28-Jährige nach seinem Sieg beim Diamond-League-Meeting der Leichtathleten in London, bei dem er mit 9,78 Sekunden die schnellste Zeit des Jahres gelaufen war. «Es ist toll, an der Spitze der Welt zu stehen. Das ist wichtig für mich.»

Gay fühlt sich nach eigenen Angaben «noch nicht einmal in der besten Form, die ich je hatte, denn ich habe immer noch mit einigen kleinen Verletzungen zu tun». In London humpelte er nach dem Zieleinlauf ein wenig, gab aber schnell Entwarnung: «Ich bin sicher, das ist okay.» Die schnelle Zeit des Amerikaners kam dazu noch unter schlechten äußeren Bedingungen zustande. «Ich konnte meine Beine nicht mehr fühlen, so kalt war es hier», sagte die ebenfalls siegreiche Hochspringerin Blanka Vlasic.

Gays Fernziele bleiben die WM 2011 in Daegu und ein Sieg über einen gesunden Usain Bolt. Vier Tage nach seiner Niederlage gegen Gay in Stockholm hatte der Weltrekordler aus Jamaika seine Saison vorzeitig wegen Rückenproblemen beendet. «Ich bin enttäuscht, dass er verletzt ist. Ich kann aber definitiv verstehen, dass er keine schlimmere Verletzung mehr riskieren will», sagte sein Rivale.

Nach dem Sieg in London stellte Gay aber auch klar: «Es war nicht nötig, eine Botschaft an Usain und Asafa (Powell) zu senden.» Für ihn war es der dritte 100-Meter-Sieg in der Diamond League nacheinander. Die persönliche Bestzeit des Amerikaners liegt bei 9,69 Sekunden.