Wittenberg (dpa) - Auf dem Marktplatz in Wittenberg ist eine Installation mit 800 Luther-Figuren aus Plastik eröffnet worden. Die vom Künstler Ottmar Hörl gestalteten, 98 Zentimeter großen «Mini- Luther» sollen den Platz bis zum 12. September zieren und für das Reformationsjubiläum 2017 werben.

Normalerweise stehen dort die Denkmäler des Reformators Martin Luther (1483-1546) und seines Mitstreiters Philipp Melanchthon. Diese waren Ende April von ihren Sockeln gehoben worden, um sie zu sanieren. Mit der Installation will Hörl nach eigenen Worten zeigen, dass sich Luther auf Augenhöhe mit den Menschen gesehen habe und große Denkmäler nicht zu ihm passten. «Luther ist eine Figur, die sich eher klein gemacht hat als groß», sagte der Präsident der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg der Nachrichtenagentur dpa. «Die Denkmäler, die in Wittenberg stehen, sind falsch, weil Luther es abgelehnt hat, sich auf einen Sockel stellen zu lassen.»

Der Wittenberger Theologe Friedrich Schorlemmer findet die Kunst geschmacklos und hat dies in den vergangenen Tagen mehrfach mit drastischen Worten deutlich gemacht. «Das ist theologischer und ästhetischer Schindluder», sagte er der «Leipziger Volkszeitung (Samstag). Hörls Plastiken in schwarz, dunkelgrün, purpurrot und kobaltblau sind nach der Aktion für je 250 Euro zu haben. Rund 250 Interessenten haben sich bereits gemeldet. Mit ähnlichen Aktionen hatte der Künstler in den vergangenen Jahren mehrfach für Furore gesorgt.

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