Kohler (dpa) - Golfprofi Martin Kaymer hält im Nebel über Wisconsin Kurs auf ein Ryder-Cup-Ticket. Der 25-Jährige aus Mettmann schob sich bei der mit 7,5 Millionen Dollar dotierten US PGA Championship trotz widriger Bedingungen auf den geteilten 18. Rang vor.

Damit liegt er gleichauf mit dem Top-Favoriten Phil Mickelson und sogar einen Schlag vor Tiger Woods. «Das war genau das, was ich mir vorgenommen hatte: Ein perfekter Start nach einem langen, langen Tag», meinte der Weltranglisten-13., der noch auf eine Einladung zum Ryder Cup hofft. «Jetzt noch schnell was essen und dann schlafen», sagte Kaymer.

Wie schon am Vortag hatte dicker Nebel auch den Beginn von Runde zwei beim letzten der vier Golf-Major des Jahres um fast drei Stunden verzögert. 78 Spieler konnten wie Kaymer ihre Runde nicht beenden. Nach sechs Löchern lag er mit zwei Birdies zwei unter Par und damit sechs Schläge hinter dem allein führenden Amerikaner Matt Kuchar (136). Dann musste wegen einbrechender Dunkelheit die Fortsetzung des Spiels um den Siegerscheck von rund 1,4 Millionen Dollar auf Samstagmorgen verschoben werden.

«Ich versuche einfach weiter, unter Par zu bleiben. Mein Ziel hängt natürlich auch vom Wetter ab», meinte Kaymer, der beste Aussichten auf eine Top-Ten-Platzierung hat. Nach seinem «perfekten Blitzstart» am Vortag mit einem Birdie und einem Eagle auf den ersten drei Löchern, ließ er es mit vier Pars etwas langsamer angehen. Aber die Birdies auf Loch 5 und 6 bei böigen Winden deuteten an, dass der Rheinländer seine Taktik klug umgestellt hatte.

Das regnerische und sehr windige Wetter am Lake Michigan in Kohler/Wisconsin machte auch Woods und Mickelson auf dem Par 72-Kurs am Lake Michigan größte Probleme. Noch hat Woods im Duell mit dem 40-jährigen Mickelson um Platz eins in der Welt die Nase knapp vorn. Der Linkshänder aus San Diego muss am besten gewinnen, um den Tiger vom Thron zu stoßen.

«Das war starker Tobak da draußen. Es hat unheimlich geblasen. Geduld ist gefragt», befand Woods. Dreimal hatte der 34-jährige ein kleines Frühstück vor seinem ersten Abschlag verzehrt, ehe der Weltranglisten-Erste gegen Abend endlich loslegen durfte - und nach sechs Pars die Arbeit schon wieder niederlegen musste.

Mickelson dagegen kam trotz besserer Bedingungen am Vormittag nur schwer in Tritt. Seine Abschläge flogen kreuz und quer über den mit Sandbunkern übersäten Kurs. Ein Zuschauer wurde von seinem Ball getroffen und erhielt dafür als «Schmerzensgeld» einen handsignierten Handschuh von Mickelson. «Der Golfplatz bestraft Dich, wenn Du den Ball nicht auf den Spielbahnen halten kannst», meinte Mickelson. «Ich habe wohl alle Ecken bei der unfreiwilligen Erkundungstour kennengelernt.»