Kiel (dpa) ­ Mit einem sechsstündigen Konzertmarathon hat das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) am Sonntag sein 25-jähriges Jubiläum gefeiert. Rund 6000 Gäste lauschten in der Kieler Sparkassen-Arena zahlreichen Stars des Festivals.

Doch es kam auch zu spontanen Protesten: Offenbar war bis ins Landeshaus durchgedrungen, dass das Festivalorchester etwas im Schilde führte. Vor der ersten Pause erschienen die Musiker in blauen T-Shirts mit dem Slogan: «Save Salzau». Chefdirigent Christoph Eschenbach trug das Motto auf seinem Rücken. Die Landesregierung will Schloss Salzau, das seit 1987 Heimat der Orchesterakademie ist, aus Kostengründen verkaufen.

Bei einem Empfang mit Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) am Nachmittag war zunächst Festivalintendant Rolf Beck ans Mikrofon getreten. Es gehe nicht um Vorwürfe, beteuerte Beck mit Bezug auf die geplante Aktion: «Wir kämpfen dafür, den Kulturbezug für Salzau zu erhalten.» Daraufhin hielt Carstensen seine vorbereitete Rede, in der er die Bedeutung des SHMF für das Land unterstrich. «Wir sollten nicht durch Interviews Situationen heraufbeschwören, die letztlich dem Festival schaden», fügte er hinzu und versicherte, das Gespräch mit der Festivalleitung sei bereits terminiert.

Sechs Stunden Konzert waren geplant. Auch weil Moderatorin Alida Gundlach zu Disziplin aufrief, wurde dieses Limit nur um 35 Minuten überschritten. Auf dem Podium saß das Festivalorchester, junge Musiker aus aller Welt, eine starke Truppe, eingespielt wie die Alten, zusätzlich vom Feuer der Jugend getragen. Musiker der ersten Stunde gratulierten. Die japanische Geigerin Midori gehörte zu ihnen. Im ersten Festivaljahr erlebte sie als Vierzehnjährige hier den Durchbruch. Publikumsliebling Martin Grubinger trommelte sich in die Herzen. Bobby McFerrin sang mit dem Orchester und dem Publikum. Bariton Matthias Goerne ließ mit Wagners Wotan die Halle erzittern.

Auch Justus Frantz, der erste Festivalchef, war gekommen. Er spielte mit seinem früheren Duopartner Christoph Eschenbach Mozart für zwei Klaviere. Das hatten die beiden schon einmal getan, 1985 auf der Gründungsversammlung. Ob sie ihren Auftritt in 25 Jahren wiederholen würden, fragte Alida Gundlach. Frantz: «Sicher, wir humpeln dann als 90-Jährige auf die Bühne.» Zum Schluss erklang Musik von Leonard Bernstein. Dessen Sohn Alexander hatte zu Beginn erzählt, wie stolz sein Vater gewesen sei, für dieses Fest Ideen geliefert zu haben.

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