Bremen (dpa) - Spielt er oder spielt er nicht? Im Millionen-Poker mit Real Madrid um Mesut Özil tickt vor dem Millionen-Spiel die Uhr. Am 18. August muss Werder Bremen zum ersten Qualifikations-Spiel für die Champions League antreten.

«Entweder ist der Wechsel klar, dann steht er nicht auf dem Bogen. Wenn nicht, dann wird er spielen», versicherte Werder-Clubchef Klaus Allofs - obwohl ein Einsatz den Marktwert des Umworbenen deutlich reduzieren würde.

Die spanischen Zeitungen vermeldeten eine Einigung zwischen Real Madrid und Özil bereits als perfekt, doch laut Allofs liegen die Clubs noch weit auseinander. Ein verbessertes Angebot der Spanier ist noch nicht auf der Werder-Geschäftsstelle eingegangen. «Davon weiß ich nichts. Das kann ich nicht bestätigen», sagte Allofs.

«Ich gehe davon aus, dass da noch etwas kommt», meinte er. «Wenn es soweit ist, werden wir uns damit beschäftigen.» Ein erstes Angebot aus Madrid Ende der vergangenen Woche hatte Allofs als «inakzeptabel» zurückgewiesen. Spanische Medien hatten nun berichtet, Real habe die Offerte von neun auf mittlerweile 14 Millionen Euro erhöht.

Spielt Özil gegen Sampdoria Genua in der Champions- League-Qualifikation, darf er in diesem Jahr nicht mehr für ein anderes Team in der Königsklasse spielen und verliert damit für einen Club wie Real Madrid an Wert. Ob es eine vorgetäuschte Verletzung oder Erkrankung geben könne, um keine Millionen zu verlieren? «Wir können viele Scherze machen, aber das ist beleidigend gegenüber dem Spieler und uns», sagte Allofs unmissverständlich.

Wenig schöne Vorbilder gäbe es: Khalid Boulahrouz täuschte im Sommer 2006 vor einem Qualifikationsspiel des Hamburger SV für die Champions League eine Verletzung vor und wechselte anschließend nach England zu Chelsea. Ein Jahr später meldete sich Boulahrouz' Landsmann Rafael van der Vaart vor einem UEFA-Cup-Qualifikationsspiel bei Honved Budapest mit Rückenbeschwerden ab. Sein gewünschter Wechsel vom HSV zum FC Valencia zerschlug sich jedoch.

Das spanische Sportblatt «AS» behauptete bereits, dass Özil den Verein gebeten habe, dass er gegen Genua nicht spielen müsse. Doch dafür gab es von den Bremern keine Bestätigung. Özil selber hatte gesagt: «Ich habe noch einen Vertrag und den respektiere ich. Ich bin topfit und freue mich auch auf das Spiel.» Das war jedoch am Samstag. Am Montag stand der 21-Jährige in einem Trainingsspiel plötzlich für kurze Zeit in der B-Elf auf dem Platz.