Hamburg (dpa) - Fast erinnert es an die Boomjahre der Schifffahrt: Im Juni wuchs der Containerumschlag im Hamburger Hafen im Vergleich zum Juni 2009 um 16,5 Prozent, teilte die Marketing-Gesellschaft des Hafens am Montag in der Hansestadt mit.

Für das Gesamtjahr erwartet Vorstand Claudia Roller nun einen Umschlag von 7,7 Millionen Standardcontainern (TEU), das sind neun Prozent mehr als im Vorjahr. Eine so schnelle Aufwärtsentwicklung habe die Hamburger Hafenwirtschaft nicht erwartet. «Jetzt wirkt sich positiv aus, dass die Modernisierung von Terminals und Infrastruktur nicht gestoppt wurde», sagte Roller.

Im ersten Quartal lag der Containerumschlag, der Bereich mit der größten Wertschöpfung, noch mit vier Prozent im Minus. Für das Halbjahr weist die Umschlagstatistik nun bereits ein Plus von 4,3 Prozent auf 3,7 Millionen TEU aus. Insgesamt, also mit Massengütern wie Öl oder Eisenerz, schlug der Hafen 58,6 Millionen Tonnen Güter um, das ist ein Plus von 8,1 Prozent.

Allerdings ist der größte deutsche Hafen nach dem schweren Einbruch im vergangenen Jahr noch ein gutes Stück von den Umschlagleistungen der Jahre 2007 und 2008 entfernt, als jeweils mehr als 140 Millionen Tonnen Güter und fast zehn Millionen TEU umgeschlagen wurden.

Der Hamburger Hafen profitierte davon, dass die Importe aus Asien und speziell aus China wieder Fahrt aufnehmen. Hamburg ist der wichtigste europäische Umschlagplatz im Containerverkehr mit Asien und China. Umgekehrt machen die Asien-Verkehre rund 60 Prozent des Hamburger Containerumschlags aus.