Bad Homburg/Rüsselsheim/Bochum (dpa) - Der Autobauer Opel hat sich mit seinem Werbeversprechen einer «lebenslangen» Garantie für Neuwagen massiven Ärger eingehandelt.

Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs in Bad Homburg hat den Hersteller abgemahnt, die «irreführende Blickfangwerbung» nicht zu wiederholen. Bis Freitag solle Opel eine entsprechende Unterlassungserklärung abgeben, verlangt der Verein, der mit einer Vertragsstrafe von 15 000 Euro droht. Andernfalls müsse die Wettbewerbszentrale Klage einreichen.

Opel bestätigte am Dienstag den Eingang der Abmahnung. «Das Garantieangebot von Opel hat hervorragende Resonanz bei unseren Kunden erzielt», sagte ein Sprecher. Man werde die Abmahnung nun innerhalb der gesetzten Frist prüfen.

Im Werk Bochum bereitet sich der Autobauer intensiv auf den anstehenden Stellenabbau vor. Mit Abfindungen in sechsstelliger Höhe soll langjährigen Mitarbeitern in dem Werk der Abschied versüßt werden. Ein 50-Jähriger mit 24 Jahren Berufserfahrung und 3000 Euro Monatsgehalt könne mit einer Abfindung von rund 100 000 Euro rechnen, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag in Rüsselsheim.

Alternativ zu Abfindungen will der Eisenacher Betriebsrat erreichen, dass Opel seinen Mitarbeitern in den von Stellenstreichungen bedrohten Werken auch einen Standortwechsel nach Thüringen anbietet. «Das ist eine Option, die in Betracht gezogen werden muss», sagte Betriebsratschef Harald Lieske am Dienstag. Das Thüringer Werk ist als einziges in Deutschland nicht von einem Jobabbau betroffen.

Die Wettbewerbszentrale kritisierte insbesondere den Begriff «lebenslange Garantie», der in der Werbekampagne noch mit dem mathematischen Symbol einer liegenden Acht für «unendlich» verknüpft werde. Erst in einem Sternchenhinweis werden zahlreiche Einschränkungen genannt. So endet die Opel-Garantie bei 160 000 Kilometern Laufleistung, Materialkosten müssen bereits ab 50 000 Kilometern anteilig vom Autobesitzer getragen werden.

«Wir beanstanden hier eine irreführende Blickfangwerbung, weil entgegen der vollmundigen Ankündigung eine 'lebenslange' Garantie tatsächlich nicht von Opel gewährt wird, erklärte Reiner Münker, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied der Wettbewerbszentrale. Eine Werbeaussage dürfe im Blickfang keine objektive Unrichtigkeit enthalten. Dies könne nicht durch einen Sternchenhinweis aufgeklärt oder relativiert werden.