Düsseldorf/Berlin (dpa) - Um den Vorsitz in der einflussreichen CDU Nordrhein-Westfalens ist ein Zweikampf entbrannt. Bundesumweltminister Norbert Röttgen fordert den früheren NRW- Integrationsminister Armin Laschet heraus. Entscheiden soll das Duell die Parteibasis.

Beide Bewerber haben sich für eine Mitgliederbefragung im größten CDU-Landesverband ausgesprochen.

Röttgen kündigte seine Bewerbung für die Nachfolge von Jürgen Rüttgers in einem am Dienstag veröffentlichten Brief an CDU- Abgeordnete und Parteifunktionäre an. Der Umweltminister ist auch bereit, die NRW-CDU als Spitzenkandidat in die nächste Landtagswahl zu führen. Laschet hatte seine Kandidatur bereits Anfang des Monats angemeldet.

Über den künftigen Landesvorsitzenden sollten die Mitglieder entscheiden, «anstatt dass einige wenige Personen Posten unter sich aufteilen», forderte Röttgen. Eine Mitgliederbefragung sei «eine gute Grundlage für einen glaubwürdigen Start nach der bitteren Niederlage bei der Landtagswahl».

Laschet sagte: «Die Mitglieder sollen entscheiden, wie wir uns optimal gegenüber der von der Linken gestützten rot-grünen Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen aufstellen.» Die Kandidatur Röttgens wollte Laschet nicht kommentieren. Er sprach sich aber in einer kurzen schriftlichen Stellungnahme für einen fairen Wettbewerb aus.

Indirekt griff Röttgen seinen Konkurrenten an, der erklärt hatte, die NRW-CDU brauche einen Landespolitiker als Vorsitzenden. Es gebe «weder eine "Landeslösung" noch eine "Bundeslösung", sondern nur eine NRW-Lösung», schrieb der Bundesumweltminister. Die CDU könne nur gemeinsam Erfolg haben. «Mit diesem Selbstverständnis verträgt es sich nicht, die unterschiedlichen politischen Verantwortungsebenen gegeneinander auszuspielen.»

Über das Verfahren für die Wahl des Landesvorsitzenden will der CDU-Landesvorstand Ende des Monats entscheiden. Dann endet auch die Frist für die Anmeldung von Kandidaturen. Es wird aber nicht mit weiteren Bewerbern gerechnet. Die offizielle Wahl des neuen Landesvorsitzenden soll bei einem Parteitag Anfang November erfolgen.