Rom (dpa) - Italienisches Sommertheater um Michelangelos weltbekannten David: Die Regierung in Rom und die Stadt Florenz streiten um das Meisterwerk aus Marmor.

Derzeit beherbergt Florenz die von Michelangelo Buonarroti (1475-1564) vor fünf Jahrhunderten geschaffene Statue. Bei dem Streit mit Rom um die Eigentumsfrage geht es nicht zuletzt ums Geld. Die Florentiner Galleria dell'Accademia, in der David die Massen anzieht, nimmt dafür jährlich gut acht Millionen Euro ein.

Die Standpunkte sind zwar verhärtet. Doch signalisiert der Bürgermeister von Florenz, Matteo Renzi, trotzdem jetzt ein mögliches Einlenken, wie italienische Medien berichten.

Angefangen hatte der Zwist mitten in der Urlaubszeit mit dem Gutachten zweier Rechtsanwälte, die der Frage, wem der David gehört, im Auftrag des Kulturministeriums unter Sandro Bondi nachgegangen waren. Ihr Fazit: Diese Skulptur ist Staatsgut, unter anderem, weil die «Gemeinde Florenz» nicht als der direkte Erbe der Florentiner Republik von 1504 angesehen werden kann, die seinerzeit den Meister der italienischen Hoch- und Spätrenaissance für sein Wirken bezahlte.

«Der David gehört Florenz, die Akten beweisen dies, es gibt juristisch keine Zweifel», hält Bürgermeister Renzi dagegen. Die Skulptur sei «das Symbol von Florenz». Gleichzeitig ist er jedoch bereit, in dieser Streitsache sogar nach Rom zu reisen und über eine Art «geteiltes Management» der Meisterskulptur zu verhandeln. Mehr will auch Minister Bondi nicht, der den Streit absurd nennt und die Frage, wer denn nun der Besitzer ist, kleinkariert. Also könnte der große David samt der Einnahmen künftig gemeinsam «gemanagt» werden.