Hannover (dpa) - Die Bundesliga boomt. Kurz vor dem Start in die 48. Saison haben die Clubs knapp 460 000 Dauerkarten verkauft. Damit wurde die Rekordmarke aus der vergangenen Spielzeit (rund 435 000) deutlich übertroffen.

13 Vereine mussten den Verkauf der Abo-Tickets sogar einstellen, um wenigstens noch ein gewisses Kontingent für Tagesbesucher zur Verfügung zu haben. Bundestrainer Joachim Löw sieht einen Zusammenhang zwischen der erfolgreichen Fußball-WM und dem gesteigerten Appetit auf die deutsche Premiumliga. «Direkte Auswirkungen auf die Liga hat es natürlich, dass die Nationalmannschaft ein gutes Turnier gespielt hat und die Vereine davon profitieren. Der Dauerkartenvorverkauf wurde angekurbelt, die Vorfreude bei den Fans ist immens. Das ist in Italien und Frankreich zurzeit ganz anders», erklärte Löw im «Kicker».

Wie in den Vorjahren verzeichnen Borussia Dortmund (51 000 Karten), Schalke 04 (40 000) und der FC Bayern München (37 600) die größte Nachfrage. Alle drei Vereine besitzen bundesweit Anhänger, an die sie denken. Rekordmeister FC Bayern hat neben den Dauerkarten spezielle Kontingente für die Anhänger des Gastvereins, für Fanclubs und für langjährige Vereinsmitglieder reserviert. In den freien Tagesverkauf gehen nur 8000 Tickets.

Groß ist die Vorfreude bei den Aufsteigern. Der FC St. Pauli hat den Vorverkauf bei 16 500 Karten gestoppt. Einige Fans haben sogar kampiert, um an die begehrten Saisontickets zu gelangen. Nach dem Umbau fasst das Stadion am Millerntor 24 487 Zuschauer. Der zweite Neuling 1. FC Kaiserslautern stoppte den Vorverkauf bereits am 31. Juli bei 26 049. Nach dem Heimspiel gegen die Bayern am zweiten Spieltag wird er wieder eröffnet. 130 000 Menschen hatten für das Bayern-Match bei den Pfälzern angefragt.

Auch Vereine wie Hannover 96 freuen sich über einen Anstieg. Trotz der Pokal-Blamage in Elversberg und mäßiger Leistungen in den Testspielen haben die Niedersachsen 16 500 Saisontickets verkauft. «Das sind 1500 mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr», berichtete 96-Kartenchef Thorsten Meier. Ex-Meister VfL Wolfsburg erreichte nicht ganz das Niveau von 2009/2010, als nach dem sensationellen Titelgewinn 21 000 Fans Karten kauften. «Mit 18 800 haben wir uns aber auf einem hohen Niveau stabilisiert und liegen deutlich über der Zahl in der Meistersaison», sagte VfL-Pressechef Gerd Voss.