Die Wirtschaft warnte die Regierung vor Aktionismus. «Google macht jetzt schon Gesichter und Kfz-Kennzeichen unkenntlich, auf Antrag auch ganze Häuser», sagte der Präsident des Internetbranchenverbands Bitkom, August-Wilhelm Scheer. Es dürfe keine «symbolischen Einzelaktionen» geben. Wenn Bürger ihre Häuser oder Wohnungen im Bilderdienst Google Street View nicht veröffentlicht haben wollten, müsse dies aber respektiert werden.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar schlug ein Widerspruchsregister vor, bei dem sich Unternehmen informieren sollen, ob gegen die Veröffentlichung von Aufnahmen Beschwerden vorliegen. «Das wäre viel datenschutzfreundlicher als das jetzige Verfahren», sagte er dem Nachrichtensender n-tv. FDP-Fraktionsvize Gisela Piltz forderte in der «Bild»-Zeitung, dass Google von sich aus die Bürger in Fällen von «sensiblem Datenmaterial» um Einverständnis zur Veröffentlichung der Bilder ihrer Häuser bitten müsse.