Cincinnati (dpa) - Philipp Kohlschreiber ist derzeit der Marathon-Mann der Tennis-Szene. Keiner steht so lange auf dem Platz wie das Arbeitstier aus Augsburg. Auch beim ATP-Masters-Turnier in Cincinnati bei seinem 6:7 (2:7), 6:3, 6:4- Erstrunden-Sieg gegen Horacio Zeballos aus Argentinien.

Kohlschreiber erwischte wieder einen langen Arbeitstag und lieferte einen Dreisatz-Krimi über 2:18 Stunden ab. Florian Mayer schied hingegen in seinem Auftaktspiel nach 80 Minuten mit 2:6, 6:7 (4:7) gegen den Franzosen Jeremy Chardy aus.

«Ich fühle mich topfit, die Hitze oder auch die Schwüle machen mir nichts aus», sagte Konditionswunder Kohlschreiber nach seinem Sieg. Bereits vergangene Woche musste er beim ATP-Masters in Toronto in drei seiner vier Partien über drei Sätze gehen. Kohlschreibers Spiele dauern derzeit im Schnitt länger als zwei Stunden - und das oftmals bei Temperaturen um die 30 Grad. «Das heißt, dass ich einfach gut kämpfe, dranbleibe und vielleicht auch das Quäntchen Glück habe, dass ich selbst bei Rückständen gut zurückkomme», betont die Nummer 33 der Weltrangliste.

Gegen Zeballos deutete zunächst vieles auf einen ungewohnt kurzen Auftritt Kohlschreibers hin. Nach einem Break schlug er im ersten Durchgang bei einer 5:4-Führung zum Satzgewinn auf, verlor aber sowohl sein Service, als auch später den Tie-Break. Je länger die Partie dauerte, desto besser wurde der 26-Jährige. «Ich bin guter Dinge, weiß momentan, wie man gewinnt. Tennis macht Spaß», sagte Kohlschreiber.

In der zweiten Runde des mit 2,43 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Turniers spielt er gegen Alejandro Falla aus Kolumbien. Es deutet vieles auf einen weiteren langen Arbeitstag für ihn hin. Im bislang einzigen Duell der beiden gewann Kohlschreiber 2006 in Wimbledon in vier Sätzen. Spielzeit damals: 2:32 Stunden.