Berlin (dpa) - Die Youngster Özil und Khedira weg, die Altstars Raúl und Ballack da - die Börse Bundesliga pulsiert. Unmittelbar vor dem Start mit dem Hit Bayern München gegen VfL Wolfsburg hat die höchste deutsche Spielklasse zwar Nationalspieler verloren, aber internationales Renommee gewonnen.

Bremen gibt mit Jung-Nationalspieler Mesut Özil einen ihrer spektakulärsten Fußballprofis ab, mit Michael Ballack und Raúl González Blanco kommen internationale Hochkaräter. «Ich finde es großartig, dass er den Weg in die Bundesliga gefunden hat», sagte «Kaiser» Franz Beckenbauer über die von Real Madrid zum FC Schalke 04 gewechselte spanische Sturm-Ikone.

Leverkusen-Rückkehrer Ballack und der ehemalige Real-Spielführer seien «eine Aufwertung für die ganze Liga», betonte Beckenbauer. Nicht zu vergessen, dass bei seinen Bayern in Arjen Robben und Franck Ribéry bereits zwei etablierte Top-Stars ihrer Arbeit nachgehen. Vielversprechend sind auch die Namen der Aufsteiger Kaiserslautern und FC St. Pauli. Den Hamburgern gelang mit der Verpflichtung des Schalkers Gerald Asamoah sogar ein kleiner Coup am Transfermarkt.

In ihrer 48. Spielzeit hat die höchste deutsche Profiliga ihre Anziehungskraft sogar noch gesteigert. In Saison eins nach dem begeisternden Auftritt der DFB-Elf in Südafrika soll die WM-Stimmung in die deutschen Stadien von Hamburg bis München, von Mönchengladbach bis Wolfsburg transferiert werden - nur ohne Vuvuzelas.

«Die Bundesliga ist das beste Produkt der Welt. Die Stadien, die Infrastruktur - und sportlich werden wir auch besser», sagte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer. Tatsächlich rückt der ersehnte zusätzliche Champions-League-Startplatz näher. In der Fünfjahreswertung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) liegt Deutschland mit 55,353 Punkten mehr als vier Zähler vor Italien (50,981). Damit könnte Deutschland in der Saison 2012/13 vier Champions-League-Teilnehmer (3 Direktstarter, 1 Qualifikant) stellen.

Dabei haben die Verantwortlichen der Eliteliga in der Sommerpause eher gespart als geklotzt. Rund 90 Millionen Euro investierten die Clubs bislang für neue Spieler - fast 60 Millionen weniger als im Vorjahr. Raúl und Ballack kamen zum Nulltarif. Denn auch die Bundesliga ist kein wirtschaftliches Schlaraffenland. Laut einer aktuellen Studie «Bälle, Tore und Finanzen VII» der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young hat fast die Hälfte aller Erst- und Zweitligaclubs in der vergangenen Saison rote Zahlen geschrieben.

Wirtschaftlich gesund und sportlich zuletzt fast konkurrenzlos thront auch in der neuen Spielzeit der deutsche Rekordmeister unter seinem niederländischen Übungsleiter Louis van Gaal über allen anderen. Und der Bundestrainer höchstpersönlich attestierte dem FCB sogar einen Wahrnehmungs-Wandel. «So sympathisch wie im Moment war Bayern deutschlandweit vielleicht noch nie», sagte Joachim Löw.