London/Liverpool (dpa) - Die städtischen Behörden in Liverpool wollen das Geburtshaus von Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr abreißen, berichtete der «Daily Telegraph» am Mittwoch. Die Fangemeine der «Fab Four» protestiert mit einem entschiedenen «Let it be!».

Das Reihenhäuschen mit der Hausnummer 9 in Liverpools Madryn Street ist baufällig und nicht sehr ansehnlich. Die Klinkerfassade ist schmuddelig, die Fenster sind mit Brettern vernagelt. Dennoch geht angesichts der Abrisspläne ein Aufschrei durch die Beatles- Fangemeinde. Das sei genauso, als wenn man das Geburtshaus von William Shakespeare abreißen würde, heißt es von Fanclubs - nur, dass Shakespeare rund 400 Jahre Vorsprung habe.

Anders als die hergerichteten Geburtshäuser etwa von John Lennon oder Paul McCartney wurde das Reihenhäuschen Ringo Starrs im Dingle District nicht ins nationale britische Kulturerbe aufgenommen. Seit 2005 ist es nun als Teil eines ganzen Sanierungsgebietes zum Abriss freigegeben. Nun wurde der Abbruchauftrag öffentlich ausgeschrieben, schreibt der «Telegraph».

Ein Sprecher der Liverpooler Stadtverwaltung wiegelt ab. Ringo Starr habe nur als Baby und für kurze Zeit in dem Haus gelebt, die Familie sei dann umgezogen. «Diese Immobilie ist in sehr schlechtem Zustand», sagte er. Es würde allein 150 000 Pfund kosten, um sie vor dem Einsturz zu bewahren. Das Haus habe auch kaum historischen Wert. «Wir planen, die Bebauung hier durch neue Häuser mit Gärten zu ersetzen, um die Gegend mit neuem Leben zu erfüllen - das ist es was die Leute hier wollen», betonte er.

Der Liverpooler Fremdenführer Philip Coppel, der seit 20 Jahren Heerscharen von Beatles-Touristen zu dem Haus führt, bezeichnete das Ansinnen schlichtweg als «kriminell». Er will notfalls vor Gericht ziehen. Andere Fans schlugen vor, das Häuschen Backstein für Backstein abzutragen, und woanders wieder aufzubauen. Ringo Starr selbst, der inzwischen in Los Angeles lebt, ist von dieser Idee nicht begeistert: «Wenn man sehen will, wo ich herkomme, macht es keinen Sinn, mich ins Abseits zu stellen», hatte er schon 2007 sinngemäß gesagt.