Berlin (dpa) - Im Streit um die Abhebegebühren von Geldautomaten ist keine Lösung für die gesamte Branche in Sicht. Eine Woche vor einem entscheidenden Treffen im Zentralen Kreditausschuss (ZKA) liegen die Positionen der Bankengruppen noch weit auseinander.

Ein entsprechender Bericht des «Handelsblatts» (Mittwoch) wurde der dpa in Bankenkreisen bestätigt. Nach Kritik an horrenden Gebühren für fremde Kunden bei einigen Instituten hatte sich das Bundeskartellamt im Frühjahr eingeschaltet. Eine von der Kreditwirtschaft vorgeschlagene Maximalgebühr von fünf Euro pro Abhebung lehnte die Behörde Anfang Juli als zu hoch ab.

Sie verlangte ein neues Konzept bis Ende August. Für Kunden, die nicht bei der Hausbank oder einer Partnerbank abheben, kostet eine Transaktion nach Angaben der Verbraucherzentralen bisher durchschnittlich sieben Euro.

Zu den Aussichten für eine gemeinsame Regelung wollten sich Sprecher der Verbände von Sparkassen (DSGV), Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) und Privatbanken (BdB) nicht äußern. Es sei noch möglich, beim Treffen der Dachorganisation ZKA am 25. August einen Kompromiss zu finden, sagte ein BVR-Sprecher.

Das größte Automatennetz haben die Sparkassen, die von der Konkurrenz ein angemessenes Entgelt fordern, wenn deren Kunden an ihren Automaten Geld ziehen. Zuletzt sahen die Positionen so aus: Die Privatbanken plädieren für eine Obergrenze, die «eher bei zwei als bei fünf Euro» liegen sollte. Sparkassen und Volksbanken wollen dagegen keine Höchstgebühr festlegen. Dem Kunden solle aber vor einer Abhebung angezeigt werden, wie viel er zu zahlen hätte, wenn er sich dafür entscheidet. In diesem Fall würden sich im Wettbewerb niedrigerer Gebühren herausbilden, meinte der BVR-Sprecher.

«Bereits heute hebt die überragende Mehrheit der Kunden kostenfrei ab», weil sie die Automaten der eigenen Institutsgruppe nutzten. «Die neue Lösung darf nicht schlechter sein als die alte», fügte der BVR- Sprecher hinzu.