Berlin (dpa) - Die Favoritenrollen sind klar verteilt. Gegen international unbekannte Gegner kann es für das Trio Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund und den VfB Stuttgart in den Playoff-Hinspielen der Europa League nur ein Motto geben: Ansprechende Ausgangspositionen für die Rückspiele müssen her.

Beim VfB stören allerdings Transfer-Spekulationen um Sebastian Rudy die Konzentration auf Gegner Slovan Bratislava. Nach Jahren der Abstinenz träumt der BVB beim Spiel gegen Qarabag Agdam aus Aserbaidschan von einer dauerhaften Rückkehr auf die internationale Bühne. Beim Bayer-Heimspiel gegen den ukrainischen Pokalsieger Tawrija Simferopol dreht sich alles um die Personalie Michael Ballack. Der Nationalmannschaftskapitän steht nach 96 Tagen Verletzungspause vor seinem Debüt.

Gegen Simferopol kehrt Bayer fast zweieinhalb Jahre nach dem Aus im UEFA-Cup 2008 auf Europas Fußball-Bühne zurück. Bayer-Trainer Jupp Heynckes hat Ballack in den Kader genommen und sehnt den Einsatz herbei: «Er ist ein defensiver Mittelfeldspieler mit riesigen Offensivqualitäten. Er ist wahnsinnig torgefährlich, wenn er vorn mit reingeht.» Doch ob Ballack zur Startformation gehören wird, bleibt bis zum Schluss offen. Die Position im defensiven Mittelfeld könnte auch Lars Bender einnehmen. «Er ist mehr als eine Alternative», sagte Heynckes. In der Innenverteidigung muss der Coach ohne Abwehrchef Sami Hyypiä auskommen. Für den Finnen soll Stefan Reinartz spielen.

Die Dortmunder sind vor dem Hinspiel in Aserbaidschan gewarnt. Schließlich warf der international unbekannte Gegner in der dritten Qualifikationsrunde den polnischen Vizemeister Wisla Krakau aus dem Wettbewerb. Die BVB-Profis sind sich der Bedeutung des Duells bewusst. Torhüter Roman Weidenfeller warnte seinen Mitstreiter davor, den krassen Außenseiter zu unterschätzen: «Für diese Chance haben wir ein ganzes Jahr lang gekämpft.» Anders als der Gegner kann der BVB in Bestbesetzung antreten. Bis auf Kevin Großkreutz, über dessen Einsatz erst nach dem Abschlusstraining entschieden werden soll, stehen alle Stammkräfte zur Verfügung.

VfB-Trainer Christian Gross muss gegen Bratislava weiter auf seine Defensivkräfte Matthieu Delpierre und Stefano Celozzi verzichten, Nationalspieler Serdar Tasci steht anders als zuletzt im DFB-Pokal im Kader. Fraglich ist der Einsatz des angeschlagenen Neuzugangs Johan Audel. Trotz der Personalsorgen fordert Gross eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel. «Wir wollen möglichst einen Sieg mit einem Tor Vorsprung mitnehmen», kündigte der Coach an. Doch am Tag der Anreise störten erstmal neue Transfer-Spekulationen um Sebastian Rudy die Konzentration auf die wichtige Partie im «Pasienky Stadion». Angeblich hat Liga-Rivale 1899 Hoffenheim sein Angebot für das Mittelfeld-Talent auf sechs Millionen Euro erhöht.