Berlin (dpa) - Erfolgreiches Ballack-Comeback beim klaren Bayer-Erfolg, Last-Minute-Auswärtssieg für Stuttgart und der BVB mit einem Spaziergang: Die deutschen Fußball-Clubs haben die Gruppenphase der Europa League fest im Visier.

Beim 1:0 (0:0) des VfB beim slowakischen Vizemeister Slovan Bratislava sorgte Martin Harnik in der 88. Minute für die späte Erlösung. Zu einem lockeren 4:0 (4:0) kamen im Playoff-Hinspiel die Dortmunder zu Hause gegen Qarabag Agdam aus Aserbaidschan. Bayer Leverkusen war beim 3:0 (1:0) gegen den ukrainischen Pokalsieger Tawrija Simferopol erst am Ende souverän. Der zur zweiten Hälfte eingewechselte Michael Ballack meldete sich nach 96 Tagen Verletzungspause mit einem Elfmetertor (90+1.) zurück.

«Ich bin froh, dass ich gesund bin und dass ich zurück bin», sagte der 33 Jahre alte Nationalspieler Ballack. Die Werkself von Trainer Jupp Heynckes hatte sich nach einem Blitztor durch Michal Kadlec nach 54 Sekunden aus der Distanz aber zunächst schwer getan. In der 83. Minute war der Tscheche vor 13 000 Zuschauern aber erneut erfolgreich - diesmal per Kopf. Kurz vor dem Abpfiff durfte dann Ballack noch einen Foulelfmeter verwandeln. Er resümierte: «Am Ende war es noch ein souveräner Sieg, aber ein hartes Stück Arbeit». Mit Blick auf das Rückspiel am 26. August in der Ukraine meinte er: «Ein 3:0 im Gepäck sieht gut aus, aber das Spiel muss erst gespielt werden.»

Für den BVB, Champions-League-Sieger von 1997, ist die langersehnte erste Teilnahme am internationalen Geschäft seit 2003 nur noch Formsache. Das bringt dem Team von Coach Jürgen Klopp nicht nur Prestige sondern auch wichtige Einnahmen: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke rechnet mit zusätzlichen fünf Millionen Euro. Vor 47 800 Zuschauern waren der japanische Neuzugang Shinji Kagawa (13./41.) und der Paraguayer Lucas Barrios (21./29.) als Doppel-Torschützen erfolgreich gegen weitgehend überforderte Gäste. Einen rabenschwarzen Tag erwischte Torhüter Farhad Veliyev vor den Augen seines Nationalcoaches Berti Vogts. In Baku am 26. August will der BVB den Sack zumachen - anders als vor zwei Jahren, als er in den Playoffs an Udinese Calcio im Elfmeterschießen scheiterte.    

Am Rande des Spiels der Stuttgarter sorgten Anhänger beider Clubs mit Ausschreitungen für hässliche Szenen und eine minutenlange Unterbrechung. «Das war eine organisierte Attacke der gegnerischen Fans», sagte VfB-Manager Fredi Bobic und machte klar, dass er ein Nachspiel mit einer Strafe durch die UEFA erwartet. Den kaum mehr für möglich gehaltenen, mühevollen Auswärtssieg vor 8120 Zuschauern besorgte der Österreicher Harnik per Kopf. So hat auch der VfB beste Chancen, sich für die mindestens sechs weiteren internationalen Spiele zu qualifizieren. «Wir müssen uns weiter festigen, aber jeder Sieg tut gut und gibt Selbstvertrauen», sagte Coach Christian Gross.