Wolfsburg (dpa) - Die Hoffnungen auf eine Rückkehr von Starspieler Diego in die Fußball-Bundesliga haben sich zerschlagen. Der VfL Wolfsburg erklärte einen Tag vor dem Saison-Auftaktspiel beim FC Bayern München den Transfer-Poker um den Brasilianer für beendet.

«Wir haben selbst das Buch zugeschlagen», erklärte VfL-Manager Dieter Hoeneß nach einem nervenaufreibenden und letztlich erfolglosen Ringen mit Diegos Verein Juventus Turin. «Das lag aber nicht an Diego oder uns, mit dem Spieler sind wir nämlich klar», fügte Hoeneß hinzu.

In den vergangenen Tagen hatte der VfL-Manager mehrfach mit Juve über den Transfer des ehemaligen Mittelfeldspielers von Werder Bremen gesprochen. Hoeneß war nach Turin geflogen, im Gegenzug reiste Diegos Vater, der auch dessen Berater ist, zu Gesprächen nach Wolfsburg. Doch nicht nur der Poker um die Ablösesumme, die zwischen 14 und 20 Millionen Euro liegen sollte, erwies sich als schwierig.

«Die Situation hat sich ständig geändert. Erst wurde Diego angeboten, dann wieder für unverkäuflich erklärt. Dieses Hin und Her der letzten Tage wollen wir jetzt beenden, damit dies nicht zur unendlichen Geschichte wird», erläuterte Hoeneß die Beweggründe für die Absage. Vor allem Juve-Coach Luigi Del Neri hatte zuletzt darauf bestanden, den 25-Jährigen nicht ziehen zu lassen: «Wir brauchen Diego. Er gibt Juve die Qualität, die uns fehlt.»

Der geplatzte Diego-Transfer bedeutet auch, dass VfL-Regisseur Zvjezdan Misimovic nicht zu Schalke 04 wechseln kann. «Ja, natürlich bleibt er. Zwetschge ist ein leistungsstarker und für uns sehr wichtiger Spieler. Es wäre ohnehin nicht leicht, ihn adäquat zu ersetzen», unterstrich Hoeneß das Wechsel-Verbot.

Diego, der nach seinem Weggang von Werder zu Juve im ersten Jahr beim italienischen Rekordmeister nicht überzeugen konnte, ist nach Michael Ballack der zweite Hochkaräter, um den sich die Niedersachsen in dieser Saison erfolglos bemüht haben. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft entschied sich für Leverkusen und gegen Wolfsburg.

Hoeneß schloss einen weiteren Transfer bis zum Fristende am 31. August nicht aus. «Das könnte sein, ist aber kein Muss. Wir sind mit unserem Kader sehr zufrieden», sagte der frühere Nationalspieler. Bisher hat der Meister von 2009 bereits mehr als 22 Millionen Euro in neue Spieler wie Arne Friedrich, Simon Kjaer und Mario Mandzukic investiert.