Santa Clara (dpa) - Intel ist eine Gelddruckmaschine. Als ob es nie eine Wirtschaftskrise gegeben hätte, schreibt der Halbleiter-Hersteller schon wieder Rekordergebnisse. Das Geld werfen die Prozessoren ab. In vier von fünf Computern steckt ein Herz von Intel.

Doch den Kaliforniern wird ihre Monokultur zu eng - sie stoßen in neue Felder vor. Jetzt lassen sie sich die Übernahme des Antiviren-Spezialisten McAfee satte 7,7 Milliarden Dollar kosten.

Wind River, Havok und jetzt McAfee - die Liste der Softwarefirmen, die Intel in der jüngeren Vergangenheit geschluckt hat, wird immer länger und die Namen klingen immer besser. «Ein immer größerer Teil unseres Lebens spielt sich online ab», betont Intel-Chef Paul Otellini. Darauf will Intel vorbereitet sein.

Das Unternehmen drängt mit Macht vor allem ins mobile Internet. Mit massiven Investitionen entwickelt der Computerspezialist derzeit Prozessoren, die klein sind, wenig Strom verbrauchen und somit auch in die beliebten Smartphones passen. In diesem Markt sind derzeit vor allem Nischenanbieter wie die britische Chipschmiede ARM stark.

Intel blieb bisher trotz aller Anstrengungen eine Randfigur. Derzeit schraubt Intel zusammen mit dem unter Druck geratenen Handy- Marktführer Nokia zudem an dem Mobilfunk-Betriebssystem MeeGo.

McAfee soll künftig den Schutz für die mobilen Anwendungen liefern, so der Plan. Liefert der deutsche Halbleiter-Konzern Infineon bald die grundlegende Hardware? Seit Wochen wird darüber spekuliert, dass Intel das Mobilfunk-Geschäft der Münchener übernehmen könnte, um so endlich einen Fuß in die Tür zu kriegen. Infineon stellt fast das komplette Innenleben eines Handys her.

Noch streiten sich die Parteien bei Infineon aber über den Preis. Geld wäre bei Intel genug da: Alleine im ersten Halbjahr verdiente der Konzern 5,3 Milliarden Dollar. Mit der wirtschaftlichen Erholung schlagen die Computerkäufer wieder in Scharen zu - und setzen dabei auf Intel-Technik. Der kleinere Rivale AMD kommt kaum zum Zuge.