Washington/New York (dpa) - Das Wirtschaftswachstum in den USA bleibt auf absehbare Zeit eher blutarm. Das US-Konjunkturbarometer, ein Index aus zehn wichtigen Wirtschaftsindikatoren, legte im Juli um gerade einmal 0,1 Prozent zu.

Das teilte das Conference Board, ein Institut der Privatwirtschaft, am Donnerstag in New York mit. Ökonomen ermittelten ein Plus von 0,2 Prozent nach einem Rückgang um revidierte 0,3 Prozent im Vormonat.

«Im Ergebnis zeigt das eine schwache Wirtschaft mit wenig Schwung nach vorne», sagte Conference-Board-Ökonom Ken Goldstein. Die Indikatoren deuteten auf ein langsames Wachstum bis zum Jahresende hin. Das Wiederaufüllen der Lagerbestände - zunächst ein starker Wachstumsimpuls - schwäche sich ab, das industrielle Herz der Wirtschaft schlage langsamer, meinte der Experte. Immerhin: Die Daten deuteten nicht auf einen zweiten Absturz in die Rezession hin.

Das Konjunkturbarometer steige mit dem langsamsten Tempo seit Mitte 2009, seit März habe es praktisch keine Veränderung gegeben, hieß es weiter. Immerhin bewege sich der Index deutlich oberhalb seines Niveaus von vor dem Beginn der Rezession im Dezember 2007.

Die US-Notenbank hatte erst vorige Woche erklärt, der Aufschwung in der größten Volkswirtschaft der Welt werde kurzfristig «wahrscheinlich moderater ausfallen als zunächst erwartet». Die Verbraucherausgaben stiegen zwar allmählich, würden aber unter anderem von der hohen Arbeitslosigkeit, nur langsam steigenden Einkommen und nach wie vor schwierigen Kreditbedingungen gedämpft. Die Fed griff als Konsequenz zu einem eher symbolischen geldpolitischen Manöver, um die Konjunktur zu stützen.

Die US-Wirtschaft war nach vorläufigen Zahlen im zweiten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um lediglich 2,4 Prozent gewachsen, nach 3,7 Prozent in den drei Monaten zuvor. Die Arbeitslosenquote liegt derweil seit zwei Monaten bei 9,5 Prozent.