Zürich (dpa) - Siege für Robert Harting mit dem Diskus und Christina Obergföll mit dem Speer: Die deutschen Leichtathleten haben sich beim Diamond-League-Meeting in Zürich in herausragender Form gezeigt.

Weltmeister Harting (68,64 Meter) zog mit seinem vorletzten Versuch beim renommiertesten Sportfest der Welt an seinem EM-Bezwinger Piotr Malachowski aus Polen (68,48) und dem Spanier Mario Pestano (66,49) vorbei. Die EM-Zweite Christina Obergföll gewann mit dem Meeting-Rekord von 67,31 Metern vor Barbora Spotakova (Tschechien/63,32) und Europameisterin Linda Stahl (63,30).

Zum «deutschen Abend» in Zürich passte, dass Carolin Nytra über 100 Meter Hürden erneut in die Weltklasse gesprintet ist und Armin Hary 50 Jahre nach seinem Weltrekord über 100 Meter in diesem Stadion (10,0 Sekunden) eine Extra-Ehrung von den Veranstaltern erhielt. Auch Europameister Christian Reif wurde im Weitsprung mit 8,11 Metern nur von Weltmeister Dwight Phillips aus den USA besiegt (8,20).

Für die internationalen Höhepunkte sorgten in Zürich die Läufer. Die amerikanische Sprintstaffel mit Tyson Gay stellte über 4 x 100 Meter eine Weltjahresbestzeit auf (37,45 Sekunden). Ohne den verletzten Usain Bolt hatte Olympiasieger Jamaika als Zweiter (37,76) keine Chance. Die zweite Weltjahresbestzeit des Abends lief Jeremy Wariner aus den USA über 400 Meter (44,13). Hürdensprinter David Oliver (USA) feierte mit der drittschnellsten Zeit der Saison (12,93) seinen dritten Sieg in Serie. Und über 5000 Meter gewann mit dem Äthiopier Tariku Bekele (12:55,03 Minuten) überraschend der jüngere Bruder des verletzten Olympiasiegers Kenenisa Bekele.

«Die Revanche ist geglückt. Das ist wunderbar gelaufen heute», sagte Harting. Der 25 Jahre alte Berliner betonte aber auch: «Im Endeffekt hätte ich mir eine bessere Situation in dieser Saison gewünscht. Ich hätte mehr Wettkämpfe machen und mehr Punkte holen können. Und Europameister ist eben Piotr geworden.» Malachowski startete in der Diamond League deutlich häufiger als sein Rivale und sicherte sich durch seinen zweiten Platz im Letzigrund-Stadion auch den mit rund 50 000 US-Dollar dotierten Gesamtsieg der neuen Serie.

Obergföll feierte den ersten Diamond-League-Sieg ihrer Karriere und verspürte danach auch so etwas wie eine kleine Genugtuung. Denn bei der EM in Barcelona hatte die Leverkusenerin Stahl vor ihr gelegen, der Gesamtsieg in der neuen Wettkampf-Serie ging an die Olympiasiegerin Spotakova. «Ich wollte schon als kleines Kind in Zürich gewinnen. Heute ist es endlich passiert», sagte Obergföll.

Carolin Nytra musste sich mit der zweitschnellsten Zeit ihrer Karriere (12,69 Sekunden) nur der Weltjahresbesten Priscilla Lopes-Schliep aus Kanada (12,53) geschlagen geben. Namhafte Gegnerinnen wie Lolo Jones (USA/12,81) oder Europameisterin Nevin Yanit aus der Türkei (12,94) ließ die Bremerin hinter sich.