Berlin (dpa) - Leverkusen feiert Rückkehrer Ballack, der BVB seinen «Nobody» Kagawa, nur der VfB Stuttgart zweifelt weiter an seiner Form: Nach den Playoff-Hinspielen in der Europa League ist das deutsche Trio zwar gemeinsam auf Gruppenphasenkurs, aber mit unterschiedlichen Erkenntnissen.

Als Michael Ballack nach 3018 Tagen wieder ein Pflichtspiel im Trikot von Bayer Leverkusen bestritt, war er auf Anhieb Protagonist und Regisseur. Beim 3:0 daheim gegen Ukraine-Pokalsieger Tawrija Simferopol wurde der 33-Jährige zur zweiten Hälfte eingewechselt, und es war, als hätte er Bayer nie verlassen. Mehr als acht Jahre nach dem Champions-League-Finale (1:2 gegen Real Madrid), bis zum 19. August letzter offizieller Auftritt des Nationalspielers im Werkself-Trikot, war seine Präsenz sofort wieder dominant - trotz 96 Tagen Verletzungspause.

Beim Foulelfmeter in der Nachspielzeit rangelten sich drei, vier Bayer-Profis um den Ball - Ballack setzte sich durch und machte überdeutlich: Er ist zwar nicht Kapitän, aber in der Hierarchie ganz oben. «Ein tolles Comeback mit dem ersten Tor und dem ersten Sieg. Es pusht einen unheimlich, wenn man willkommen ist. Und das Gefühl habe ich», sagte Ballack. Die ersten zwei Tore hatte der Tscheche Michal Kadlec (1., 83.) erzielt.

In Dortmund eroberte der 21-jährige Shinji Kagawa die Fan-Herzen im Sturm. Beim 4:0 über den aserbaidschanischen Vertreter Qarabag Agdam versetzte das für nur 350 000 Euro verpflichtete Schnäppchen aus Osaka den BVB-Anhang ins Staunen. Als Coach Jürgen Klopp den zweifachen Torschützen (13./41.) in der 70. Minute vorzeitig vom Feld holte, erhoben sich die Zuschauer von ihren Sitzen.

Ähnlich selbstbewusst wie auf dem Rasen präsentierte sich der Japaner im Anschluss: «Diese Mannschaft hat eine große Zukunft - und die will ich mit ihr zusammen bestreiten.» Die Verpflichtung des offensiven Mittelfeldspielers könnte sich als Glücksgriff entpuppen. Dass auch Lucas Barrios (21./29.) mit zwei Treffern zur vorzüglichen Ausgangslage für das Rückspiel am Donnerstag in Baku beitrug, nahm angesichts der Lobeshymnen für Kagawa kaum jemand wahr.

Der VfB Stuttgart wurde die Zweifel an seiner Form trotz des 1:0- Auswärtssieges bei Slovan Bratislava nicht los. Joker Martin Harnik (88.) hatte den Erfolg erst nach langem Bangen perfekt gemacht. Coach Christian Gross erhoffte sich davon ein Signal für den Liga-Auftakt beim FSV Mainz 05 - und auch für das Rückspiel gegen Slovan. Die Randale der Slovan-Fans auf den Rängen, die eine minutenlange Unterbrechung zur Folge gehabt hatten, waren zwar relativ glimpflich ausgegangen. VfB-Manager Fredi Bobic machte aber deutlich, dass er UEFA-Sanktionen für die Gastgeber erwarte.