Berlin (dpa) - Die Bildungschancen von Kindern aus Hartz-IV-Familien sollen vor allem mit direkten Sachleistungen statt mit Geldzahlungen verbessert werden.

Dies zeichnet sich nach Angaben von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach einem Gespräch mit den Ländern und Kommunalverbänden mehrheitlich ab.

Bei dem Treffen kritisierten die Fachminister der Länder, dass der Bund immer noch keine neuen Berechnungen für die künftigen Hartz-IV- Regelsätze vorgelegt hat - wie es das Bundesverfassungsgericht verlangt. Die neuen Fördersätze für die Familien von Hartz-IV- Beziehern sollen laut Urteil zum 1. Januar 2011 wirksam werden.

«Es gibt eine große, breite Mehrheit dafür, dass die Förderung als Sachleistung direkt zu den Kindern kommt», sagte von der Leyen am Freitag in Berlin am Rande eines Spitzentreffens. Es gebe aber noch offene Punkte. Eine zentrale Rolle spiele dabei das Jobcenter.

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende und Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig sagte nach dem Treffen: «Wir sind enttäuscht.» Von der Leyen sei immer noch eine Antwort schuldig geblieben, was es für die fast zwei Millionen betroffenen Kinder in Hartz-IV-Familien ab 1. Januar konkret geben soll. «Diese Kinder warten dringend auf eine bessere Förderung».

Der von der Bundesarbeitsministerin propagierte Bildungschip höre sich in der Öffentlichkeit vielleicht gut an, löse aber die eigentlichen Probleme nicht. Schwesig: «Der Chip ist ein Zahlungsmittel. Mehr nicht.»

Die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) sagte, Sachleistungen könnten zumindest beim Mittagessen und bei Nachhilfe sinnvoll sein. Gutscheine lehnte sie allerdings ab. Dem CSU- Parteiorgan «Bayerkurier» sagte Haderthauer, die Bildungskarte sei «ein Kollektiv-Misstrauensvotum, das Eltern nicht verdient haben.» Besonders aus der CSU kommt die Kritik an von der Leyens Bildungschip-Idee.