Round Rock (dpa) - Computer bleiben Verkaufsschlager. Vor allem die in der Wirtschaftskrise so zurückhaltenden Unternehmen rüsten ihre Hardware auf. Davon profitierte der US-Hersteller Dell in seinem zweiten Geschäftsquartal (Ende Juli).

Der Umsatz sprang im Vergleich zum krisengezeichneten Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf 15,5 Milliarden Dollar (12 Mrd Euro) hoch. Die auf den ersten Blick guten Zahlen enttäuschten die Börsianer aber letztlich. Denn gleichzeitig mit den Verkäufen stiegen Dells Kosten massiv an, vor allem in der mit teuren Zukäufen ausgebauten Servicesparte. So verbesserte sich der Gewinn nur um vergleichsweise schwache 16 Prozent auf unterm Strich 545 Millionen Dollar.

Die Aktie lag am Donnerstag nachbörslich 2 Prozent im Minus. Das Papier ist gerade noch halb so viel wert wie vor zwei Jahren. Dell ist von der Nummer eins der Computerhersteller zur Nummer drei abgestiegen hinter Hewlett-Packard und Acer. Das Konzept, maßgeschneiderte Computer im Versand zu verkaufen, ging letztlich nicht mehr auf. Hinzu kam, dass Dell erst spät das profitable und krisenfeste Servicegeschäft für sich entdeckte und ausbaute.

Die Rufe nach einem Rücktritt von Firmengründer und -chef Michael Dell werden immer lauter. Bei der jüngsten Hauptversammlung war ein starker Aktionärsblock dagegen, dass Dell wieder in den Verwaltungsrat einzieht. Die Anteilseigner lasten Michael Dell nicht nur Managementfehler an, sondern auch Bilanztricksereien. Erst jüngst mussten das Unternehmen und er persönlich eine deftige Strafe an die US-Börsenaufsicht zahlen.

Dell liefert Tischrechner, Laptops, Bildschirme und Drucker für Privatkunden genauso wie Großrechner und Speichersysteme für Firmenkunden. Vor allem die Unternehmen orderten weiterhin stark, ließ Dell wissen. Die Nachfrage werde auch in den kommenden Quartalen anhalten. Der Umsatz soll deshalb am Jahresende um 14 bis 19 Prozent über dem des Vorjahres herauskommen. Auch der Gewinn soll steigen.

Damit würde Dell an das Niveau vor der Wirtschaftskrise anknüpfen. Im vergangenen Geschäftsjahr 2009/10 (bis Ende Januar) war das Geschäft eingebrochen. Vor allem die großen Konzerne hielten sich damals sehr zurück. Sie sind es nun, die den größten Investitionsstau haben und massenhaft neue Rechner bestellen.