Round Rock/Palo Alto (dpa) - Computer bleiben Verkaufsschlager. Vor allem Unternehmen rüsten nach der Zurückhaltung in der Wirtschaftskrise ihre Geräteparks auf. Davon profitieren Computerhersteller wie Hewlett-Packard und Dell mit kräftigen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn.

Beim weltweiten Marktführer Hewlett-Packard erwies sich zudem das einst schon totgesagte Geschäft mit Großrechnern als eine Goldgrube. Insgesamt stieg der HP-Umsatz in dem Ende Juli abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal um 11 Prozent auf 30,7 Milliarden Dollar (23,9 Mrd Euro). Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6 Prozent auf unterm Strich knapp 1,8 Milliarden Dollar.

Dabei wuchs kein anderer Bereich so schnell wie das Geschäft mit den teuren und leistungsstarken Großrechnern, die als Firmenserver oder für den weltweiten Datenverkehr eingesetzt werden. Zu der Sparte gehören auch die immer wichtiger werdenden Speichersysteme, auf denen etwa Kundendaten lagern.

Die HP-Strategie gehe auf, betonte Interimschefin Cathie Lesjak. Der Konzern sucht derzeit nach einem neuen Chef, nachdem der seit 2005 amtierende Mark Hurd nach Veruntreuungsvorwürfen geschasst worden war.

Unter Hurd hatte Hewlett-Packard unter anderem den IT-Dienstleister EDS gekauft, der dem Konzern half, durch die Durststrecke der Wirtschaftskrise zu kommen. Mit den Dienstleistungen für seine Firmenkunden verdient HP das mit Abstand meiste Geld.

Der Konkurrent Dell, der selbst einmal weltgrößter PC-Hersteller war, hatte es hingegen lange versäumt, sich im Servicegeschäft zu verstärken. Als in der Wirtschaftskrise der Hardware-Absatz einbrach, bezahlte Dell dafür mit herben Geschäftseinbußen und legte erst später mit teuren Zukäufen im Servicebereich nach. Der einstige Branchenführer wurde erst von HP und dann auch vom taiwanischen Notebook-Spezialisten Acer überholt.

Mittlerweile verkaufen sich Computer wieder deutlich besser - doch auch in dem anziehenden Markt räumen Asiaten wie Acer und Asus mit ihren günstigen Mini-Notebooks ab. Zudem gab Apple mit seinem iPad den Startschuss für den Wettlauf um den neuen Markt der Tablet-Computer - eine Geräteklasse, bei der HP und Dell noch nachlegen müssen. Hewlet-Packard verstärkte sich kürzlich bei mobilen Rechnern mit der Übernahme des Taschencomputer-Pioniers Palm.