Singapur (dpa) - Die Premiere der Olympischen Jugendspielen in Singapur ist für Thomas Bach glänzend gelungen. «Ich bin begeistert von der ersten Halbzeit», resümierte der deutsche Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

«Das Echo der Athleten ist durchweg positiv. Egal, wen man wann trifft: Sie haben alle leuchtende Augen. Das ist olympische Inspiration», sagte Bach weiter.

IOC-Präsident und Jugendspiele-Gründervater Jacques Rogge wünscht sich, dass dieser Funke der Lebendigkeit auch auf die «großen» Spiele überspringt: «Ich denke, dass die Olympischen Spiele ein wenig zu ernsthaft und zu gesetzt sind. Etwas mehr Spaß würde gut tun», sagte er beeindruckt vom quirligen Miteinander der rund 3600 Athleten aus 204 Ländern, das durch ein Kultur- und Erziehungsprogramm sowie multinationalen Wettkämpfen gefördert wird.

«Ich wäre glücklich gewesen, wenn ich solche Olympischen Jugendspiele gehabt hätte», meinte Rogge, selbst 1968 Olympia-Starter im Segeln. «Wir hatten diese Kombination von Sport, Erziehung und Kultur leider nicht.»

Positiv urteilt auch Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), über die Erstausgabe der Jugendspiele für 14- bis 18-Jährige. «Das ist eine gelungene Uraufführung dieser neuen Olympischen Jugendspiele gewesen», meinte Vesper. Das Ziel, damit «den Olympismus zu stärken und an die Jugend heranzutragen», sei erreicht worden.

Allerdings zu einem hohen Preis. Der Stadtstaat Singapur hat sich den olympischen Spaß 222 Millionen Euro kosten lassen und das IOC legte noch einmal einen Betrag von «weniger als einer dreistelligen Millionen-Zahl» (Bach) obendrauf. «Das IOC hat eine Anschubfinanzierung geleistet, eine Investition in die Zukunft der Olympischen Spiele», rechtfertigte Bach den tiefen Griff in die Schatulle, fügte aber an: «Wir müssen darauf achten, den Aufwand so zu beschränken, dass auch kleinere Länder Ausrichter sein können.»

Ob sich die chinesische Stadt Nanjing, Jugendspiele-Ausrichter 2014, daran halten wird? Peking 2008 lässt dies nicht vermuten. Bach schlägt deshalb vor: «Die Formel sollte lauten: Länder, die Olympische Spiele organisieren, sollten für Jugendspiele nicht infrage kommen.» Für das Pilotprojekt sei Singapur jedoch die beste Wahl gewesen. «Der Gastgebern der Premiere musste Sicherheit in der Organisation haben. Das gibt es in Singapur ohne Zweifel und hat vieles erleichtert.»