München (dpa) - Die Münchner Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 kommt nicht zur Ruhe. Extrembergsteiger und Biobauer Reinhold Messner wirft der Bewerbungsgesellschaft falschen Umgang mit renitenten Grundstücksbesitzern in Garmisch-Partenkirchen vor.

Aus Berlin erhielt die Hoffnung von Bewerbungschef Willy Bogner auf öffentliche Gelder einen herben Dämpfer. «Klar ist, dass der Bund sich daran nicht beteiligt», stellte der für den Sport zuständige Innenminister Thomas de Maizière klar.

«Der Minister hat recht. Das ist keine neue Information für uns, weil der Bund kein Gesellschafter in der Bewerbungsgesellschaft ist», erklärte der Aufsichtsratschef der Münchner Bewerbungsgesellschaft, Michael Vesper.

Bogner hatte in einem Brandbrief an die Gesellschafter öffentliche Unterstützung angemahnt. Bei der folgenden Gesellschafterversammlung wurde der Bewerbungsetat von 30 auf 33 Millionen Euro erhöht. Bisher haben die Münchner 22 Millionen Euro zusammen. «Der Bund würde sich aber an weiteren Kosten bei erfolgreicher Bewerbung beteiligen», versprach de Maizière.

Bei der Deckung des Bewerbungsetats ist keine Hilfe vom Bund zu erwarten. «Nach der letzten Sitzung gibt es Klarheit. Es gibt einen Rahmen, der für die Bewerbungskosten zur Verfügung stehen soll», sagte de Maizière der Nachrichtenagentur dpa. Bundesmittel seien nie angeboten und auch nicht gefordert worden, erklärte der CDU-Politiker.

Reinhold Messner klagt unterdessen Versäumnisse bei der Münchner Bewerbung an. «Die Bauern sind nicht richtig eingebunden worden», sagte der Südtiroler der dpa. Zahlreiche Grundbesitzer in Garmisch- Partenkirchen weigern sich, ihre Flächen für die Spiele bereitzustellen. Er selbst würde als betroffener Bauer «keinen Quadratmeter» für die Spiele hergeben, sagte der 65-Jährige, der selbst drei Bergbauernhöfe besitzt.

Die Landwirte dürften nicht das Gefühl haben, enteignet zu werden. «Die Bauern müssen freiwillig bereit sein, ihren Grund und Boden herzugeben.» Die Garmischer Landwirte fürchten, dass ihr Grund durch den Bau unter anderem von Loipen und Parkplätzen Schaden nimmt. Wegen massiver Proteste der Grundstücksbesitzer war das nahe gelegene Oberammergau als Austragungsort bereits gestrichen worden.