Ludwigshafen (dpa) - Mit 75 Jahren packt er noch einmal ein riesiges Projekt an: Hansgünther Heyme, einer der großen deutschen Theaterregisseure und seit 2004 Intendant des Ludwigshafener Theaters im Pfalzbau, arbeitet derzeit an der Inszenierung von Richard Wagners «Ring des Nibelungen».

Die vier «Ring»-Teile sollen von diesem Jahr an bis 2013 in Ludwigshafen und Halle auf die Bühne kommen. An diesem Sonntag (22.8.) feiert Heyme 75. Geburtstag - und hat schon Pläne für die Zeit nach dem «Ring», wie er im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa verrät.

Mit 75 Jahren noch den Ring. Wie kam es denn dazu?

Heyme: «Das Projekt war die Idee des Chefdirigenten der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Karl-Heinz Steffens. Er hat mich gefragt, ob ich das machen will. Und das ist natürlich für mich ganz toll. Das ist eine Monsterarbeit, die da auf mich eingestürzt ist - ich mache auch Bühne und Kostüm. Wir machen außerdem noch viel um den Ring herum, um ihn herunterzukriegen von seinen falschen Denkmälern.»

Gab es denn keinen Moment, wo Sie gedacht haben: Soll ich mir das noch mal antun?

Heyme: «Nein. Solche Momente kenne ich sowieso nicht. Ich hab in den 70er Jahren «Rheingold» schon mal gemacht in Nürnberg und habe dann aufgehört. Weil man damals das Werk noch gar nicht herauspellen konnte aus der gesamten geschichtlichen Nazi-Problematik. Insofern ist es der zweite Anlauf.»

Was kann denn danach eigentlich noch kommen?