München (dpa) - Karl-Heinz Rummenigge hat den Gedankenspielen der Deutschen Fußball Liga (DFL) über einen eigenen Fernsehsender eine klare Absage erteilt.

«Ein eigener Liga-Kanal ist überhaupt keine Option», sagte der Vorstands-Vorsitzende des FC Bayern München in einem Interview mit dem «Münchner Merkur» und der Münchner «tz», «dieser Kanal müsste erst mal 240 Millionen Euro plus Betriebskosten erwirtschaften, um die Gewinnschwelle zu erreichen. Das können Sie total vergessen». Rummenigge sprach sich gleichzeitig dafür aus, das Bezahlfernsehen mehr zu etablieren.

Die Option müsse sein, den Fußball-Fan zu überzeugen, dass Pay-TV etwas sei, dass er im Free-TV eben nicht sehe, betonte Rummenigge: «Das ist das Live-Erlebnis.» Dabei sei vor allem die DFL in der Pflicht: «Das ist eine Aufgabe, die sich die DFL in den nächsten Jahren vornehmen muss. Die DFL muss mehr Einfluss nehmen, nicht nur ihr Produkt Bundesliga zu verkaufen, sondern vor allen Dingen in der Vermarktung stärker zu werden.»

Wenn es der DFL und den Clubs nicht gelinge, die Einnahmen aus diesem Gebiet extrem zu steigern, werde der Bundesliga Geld fehlen, um den nächsten Schritt zu tun, so der Bayern-Chef: «Auf dem Transfermarkt zählt nur ein Kriterium, das Geld. Schon lange hinkt die Bundesliga im Bereich TV-Einnahmen international hinterher. Wir sind mit weitem Abstand Letzter. Sogar Frankreich kassiert mehr.»

Die Partnerschaft mit dem Pay-TV-Sender «Sky», der allein für die kommende Spielzeit rund 240 Millionen Euro überweist, stellt Rummenigge nicht infrage, aber die Zusammenarbeit müsse verbessert werden. Ihm sind die TV-Gelder insgesamt deutlich zu wenig. «Deutschland ist von der Population und der Wirtschaftskraft das größte Land in Europa. Deshalb gibt es für mich keinen Grund, warum vom Fernsehen so bescheidene Beträge gezahlt werden», sagte Rummenigge. Laut des bis 2013 laufenden Vertrags kassiert die Bundesliga pro Saison rund 412 Millionen Euro.