Halle/Westfalen (dpa) - Dank einer großen Energieleistung nach der Pause haben die deutschen Basketballer ihr vorletztes Testspiel vor der WM gewonnen. Acht Tage vor dem Auftakt gegen Argentinien besiegte das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann in Halle/Westfalen Puerto Rico mit 73:63 (30:40).

Die deutsche Mannschaft zeigte sich dabei für das Turnier in der Türkei gut gerüstet. Bester Werfer in der deutschen Auswahl, die in diesem Sommer auf Superstar Dirk Nowitzki verzichten muss, war vor 6750 Zuschauern der überragende Jan-Hendrik Jagla mit 25 Punkten.

«In der zweiten Halbzeit war das der Entwicklungsschritt, den ich von der Mannschaft sehen wollte», lobte Bauermann. «Der Sieg gibt uns weiteres Selbstvertrauen für die WM.» Elias Harris, mit 13 Punkten zweitbester deutscher Werfer, blickte ebenfalls zuversichtlich in die Zukunft. «Wir haben in der zweiten Halbzeit die Angst abgelegt und die Intensität gesteigert. Ich denke, wir können mit breiter Brust in die Türkei fahren.»

Am 22. August stehen sich beide Teams in Bonn erneut gegenüber. Vor den Herren hatten im Gerry Weber Stadion bereits die deutschen Damen ihr EM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei mit 63:58 nach Verlängerung für sich entschieden und damit für einen tollen Basketball-Abend aus deutscher Sicht gesorgt.

Bauermann setzte gegen den WM-Konkurrenten noch einmal alle 14 Spieler ein. Bis zum Start der Welttitelkämpfe, bei denen die Mannschaft des Deutschen Basketball Bundes auf Argentinien, Australien, Serbien, Angola und Jordanien trifft, muss der Nationalcoach noch zwei Spieler streichen.

Gegen die mit drei NBA-Profis angetretenen Lateinamerikaner vertraute der Bundestrainer anfangs Steffen Hamann, Demond Greene, Robin Benzing, Jan-Hendrik Jagla und Tibor Pleiß. Doch die vermeintliche Startformation für die WM verschlief den Auftakt und lag schnell mit 0:7 zurück. Die komplette erste Halbzeit lief die DBB-Equipe so einem Rückstand hinterher, auch weil die Lateinamerikaner unter dem Korb mit dem 2,22-Meter-Riesen Peter John Ramos deutliche Vorteile hatten.

Nach der Halbzeit kamen die deutschen Korbjäger mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine und zeigten einige schöne Kombinationen. Durch zwei Dreier von Lucca Staiger und Heiko Schaffartzik glich das junge Team 45 Sekunden vor Ende des dritten Viertels zum 51:51 aus. Mit fünf Punkten in Serie brachte Elias Harris die Gastgeber zu Beginn der letzten zehn Minuten dann erstmals in Führung (56:54).