Bonn (dpa) - Mit einer tollen Generalprobe haben die deutschen Basketballer Hoffnungen auf eine erfolgreiche Weltmeisterschaft geweckt. Sechs Tage vor dem WM-Auftakt gegen Argentinien besiegte das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann Puerto Rico überraschend deutlich mit 97:74 (51:40).

Die deutsche Auswahl zeigte sich für die Titelkämpfe in der Türkei vom 28. August bis 12. September gerüstet. Bester Werfer vor 4050 Zuschauern im Bonner Telekom Dome war Tim Ohlbrecht mit 18 Punkten. Bereits zwei Tage zuvor hatten die deutschen Korbjäger gegen die Lateinamerikaner in Halle/Westfalen mit 73:63 gewonnen. Nach zwei freien Tagen fliegt die deutsche Mannschaft am 25. August in die Türkei.

«Ich denke, wir sind für die WM gerüstet. Die Mannschaft hat sich toll entwickelt», sagte Ohlbrecht. Bauermann war ebenfalls zufrieden. «Wichtiger als die drei Siege in Serie ist mir aber die Entwicklung der Mannschaft. Da haben wir in der Vorbereitung sensationelle Schritte gemacht.»

Der Nationalcoach verzichtete im letzten Testspiel auf Konrad Wysocki und Yassin Idbihi. Nach der Partie strich er Idbihi aus dem Kader. «Yassin hat toll gearbeitet. Am Ende hat Christopher McNaughton aber ein klein wenig mehr angeboten», sagte Bauermann. Der Center von ALBA Berlin wurde damit wie im vergangenen Jahr kurz vor einem großen Turnier aussortiert. Die Entscheidung über den letzten Streichkandidaten will Bauermann noch treffen.

Von den Wackelkandidaten zeigte besonders Spielmacher Per Günther mit zehn Punkten eine couragierte Leistung. Allerdings bleibt abzuwarten, ob Bauermann tatsächlich mit drei Aufbauspielern an den Bosporus reist.

Im Vergleich zur ersten Partie gegen Puerto Rico nahm der Bundestrainer eine Änderung in der Startformation vor. Für Jan-Hendrik Jagla begann Lokalmatador Ohlbrecht, der im Laufe des Spiels eine hundertprozentige Trefferquote erreichte. Mit dem Bonner standen zunächst die beiden Bayern-Profis Steffen Hamann und Demond Greene sowie Robin Benzing und Tibor Pleiß auf dem Parkett. Bei Puerto Rico saß NBA-Star Renaldo Balkman angeschlagen nur auf der Bank.

Anders als im ersten Vergleich der beiden WM-Teilnehmer fand das deutsche Team dieses Mal gut ins Spiel und führte Mitte des ersten Abschnitts mit acht Punkten (15:7). Durch zahlreiche Wechsel ging danach aber der Spielfluss ein wenig verloren, so dass die Puerto Ricaner nach dem ersten Viertel knapp vorne lagen (22:21).